11 Tipps wie sich nicht nur Kinder sicherer im Internet bewegen

Kind spielt am PCVieles passiert unbemerkt im Hintergrund! Welchen Gefahren sind Kinder im Internet ausgesetzt?

Wir wissen alle, welch wunderbare Orte man im Internet entdecken kann. Kinder und Erwachsene erfahren es gleichermaßen, wie man im Internet lernen, Spiele spielen oder sogar Fernsehen kann. Doch unsere Kinder begeben sich durch ihre natürliche Neugier in Gefahren, von denen wir Eltern oft selbst nicht genug wissen. Und genau darum geht es in diesen Zeilen, in denen ich euch heute einige Tipps und Denkanstöße geben möchte.

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Bevor ich ins Detail gehe, die wichtigste Regel für alle die es eilig haben: Bewahrt euch als Eltern einen „guten Draht“ zu den Kids, es ist euer Job sie aufmerksam zu begleiten und vor Risiken zu schützen. Nur dann, wenn wir uns auf die Probleme einlassen und uns die Zeit dazu nehmen, können wir die Kinder richtig anleiten. Wir können aufzeigen, wie sie sich verhalten müssen damit es im Internet nicht zu bösen Überraschungen kommt. Wer seine Kinder sich selbst überlässt, bekommt früher oder später eine verdiente Quittung dafür.

Über den Glauben,
dass im Netz schon nichts passieren wird.

Aus diesem aktuellen Grundgedanken heraus habe ich ein paar Tipps aus unserer Familienwelt zusammengetragen, die euch vielleicht helfen können, die Sicherheit im Kinderzimmer und in der Ausbildung besser aufrechtzuerhalten.

1. Setzen Sie Grenzen

Sie sollten die Onlinezeit der Kinder begrenzen. Nachdem wir bemerkt hatten, dass unsere Tochter mehr und mehr die Konzentration verlor und immer mehr Zeit am Handy verbrachte, haben wir in einem gemeinsamen Gespräch zwei Medienfreie-Tage eingeführt und die tägliche Onlinezeit begrenzt, damit sie sich diese Zeit einteilt und diese auch bewusster wahrnimmt.

Als wir unserem Kind die Sorgen erklärt hatten und das entstehende Problem Zuhause und in der Schule ausführlich besprochen hatten, nahm unser Nachwuchs die Beschränkung freiwillig an. Diesen Weg im gemeinsamen Gespräch zu finden, halte ich für sehr empfehlenswert. Eine unerwartete Regulierung könnte sonst zu einigem Stress in der Familie führen, den wir so vermeiden konnten.

Zudem entschieden wir, dass eine tägliche Nutzung von 1.5 Stunden für das Smartphone und Xbox/Playstation ausreichend ist. Es war notwendig, da Zensuren und die interne Kommunikation in der Familie unter TicToc (ehem. Musica.ly) und den anderen populären Apps leidete. Meiner Meinung nach können die Kinder von alleine aus der ‚Onlinesucht‘ nur schwer aussteigen oder ein zeitliches Ende finden.

Ohne besondere Erinnerungen an die zurückliegende Freizeit und fast ohne Kommunikation lebten wir einige Zeit nebeneinander her. Ewiges „Gleich!“ und „Moment noch!“ haben wir so dann auf diesem Weg (fast) abgestellt. Je früher Sie als Elternteil kontrollieren, wie viel Bildschirmzeit Ihr Kind täglich zur Verfügung hat und vielleicht auch welche App wie viel Zeit aufgefressen hat, desto besser.

Beim Kinderhandy ist ein kleines Datenvolumen ideal: Für unsere Tochter haben wir nur einen Mobilfunkvertrag mit 200 MB Datenvolumen abgeschlossen, der nach dem Erreichen des Limits nur drosselt, aber nicht deaktiviert. WhatsApp Nachrichten funktionieren dann noch – Apps mit hoher oder schneller Bandbreite wie YouTube oder Onlinespiele nicht mehr. Da sich unser Kind aber sowieso fast immer nur im WLAN aufhält, ist es einfach ‚den Rest‘ mit einem WLAN Frei-Kontingent zu regeln, doch dazu kommen wir gleich.

Wer ein iPhone hat, kann die Bildschirmzeit seit dem letzten iOS Update einfach im Smartphone einstellen. Die Kinder können dies auch nicht „hacken“, diese Funktion ist Bestandteil des Systems geworden. Anders noch bei Android: YouTube zeigt so viele Anleitungen, wie man in Apps die Sicherheitseinstellungen umgeht – und unsere Kleinen sind wirklich clever und erfinderisch! Da wir einen Android-Haushalt haben, nutzen wir bisher die App Screentime, die für kleine Kinder sicher ausreichend ist, aber auch monatlich Geld kostet. Größere Kinder finden immer wieder Wege diese App auszuhebeln, weshalb wir jetzt alles über unseren Router steuern. Moderne Router wie z.B. die AVM Fritz-Box erlauben Filter für Einzelgeräte anzulegen. So kann man auch die Playstation oder XBox Konsole im Wohnzimmer so einfach wie das Kinderhandy regulieren. Man legt nur ein Profil an und verbindet dieses bei AVM unter „Heimnetz -> Heimnetzübersicht“ mit dem betreffenden Endgerät.

Update 20.11.2018: Wem das mit dem Router zu Umständlich klingt, sollte sich unbeding Googles neuen Service ansehen: https://families.google.com/intl/de/familylink/ – hier kann man jetzt spielend einfach die Inhalte wie bei Apple verwalten ohne Informatik studieren zu müssen :)

Zugangsprofil im AVM Fritz Router

Zugangsprofil in unserem AVM Fritz Router

Plus bei diesem Endgerät: Es gibt für z.B. geleistete Arbeit Internet-Tickets. Diese kann sich das Kind einfach verdienen mit z.B. einem aufgeräumten Zimmer oder für gute Noten – das liegt ganz im Ermessen der Eltern :) Diese 45 Minuten-Tickets ermöglichen den Internetzugang außerhalb der Zeitbeschränkung.

Wenn ein Netzwerkgerät, das im Router mit einem Zugangsprofil versehen wurde, z.B. auf eine Webseite zuzugreifen will, prüft der Router immer wieder, ob noch verbleibende Online-Zeit übrig ist. Ist die Onlinezeit aufgebraucht, oder ist die zu-Bett-geh-Zeit erreicht, wird man von der FRITZBox auf eine Seite weitergeleitet, von wo aus man höchstens ein Ticket einlösen kann, um dem Smartphone 45 Minuten extra Online-Zeit zu gestatten. Und diese Tickets druckt man sich übrigens einfach selbst aus (und versteckt diese Gutscheine dann hoffentlich auch gut).

Weiterführend zum Thema, empfehle ich noch 7 wichtige Handyregeln (auf Moms-Blog – auch zum Downloaden), die man bei Kindern und Jugendlichen aufstellen sollte!

Sollte das mit den Filtern zu kompliziert klingen mag, kann ich vielleicht über einen Kommentar weiterhelfen, wir betreiben diese Regulierung ja aktiv :)

2. Keinen Computer im Kinderzimmer

Ich kann nur empfehlen keinen Spielecomputer oder Konsole im Kinderzimmer aufzustellen. Stellen Sie den Computer stattdessen im Ess- oder Wohnzimmer auf, dass man auf einfache Weise sicherstellen kann, dass man auch die Online-Aktivitäten des Kindes leichter (er)kennen kann. Natürlich haben viele Kinder dank Laptops auch auf andere Weise einen Zugang zum Internet, aber wie im ersten Punkt erklärt, können Sie diese im WLAN regulieren. Unsere Tochter hat einen Laptop im Zimmer, der jedoch nicht stark genug für Fortnite oder andere Internetspiele ist – das Problem gibt es bei älterer Hardware auch viel weniger ;-)

3. Erklären Sie Kindern, was ein digitaler Fußabdruck ist

Ermutigt Kinder, langfristig zu denken, bevor Sie etwas online posten. Schülerinnen und Schüler sollten sich vor einem Posting oder einem Status folgendes fragen: Möchte ich, dass Lehrer, Eltern oder potenzielle Arbeitgeber dieses Posting sehen können? Trotz allem, was eure Kinder entgegnen, ist natürlich nichts im Internet völlig privat! Wir leben in einem Zeitalter des informationellen Kontrollverlusts, da wir gar nicht mehr überschauen können, wo was von wem gespeichert wird.

Man muss es den Datendieben schwerer machen: Das heißt auch, dass man das Handy mit einem Passwort versehen sollte. Es ist sicher lästig, das Gerät immer durch einen Pin entsperren zu müssen, statt wie andere Kinder, die ihre Geräte nur mit einem „Darüber wischen“ entsperren. Doch so hat auch keiner, der sich das Handy in der Schule ausleiht oder stiehlt ,Zugriff auf Emails, Standortdaten oder private Bilder. Bei Handys mit Fingerabdruck-Scanner kann auch leicht jemand seinen Fingerabdruck hinzufügen, wenn das Handy gerade mal entsperrt ist – hier sollte man auch gelegentlich mal nachsehen, wie viele Fingerscanns hinterlegt sind. Denn wenn man nachträglich das Entsperren mit einer PIN versieht, kann der Fingerabdruck das Handy auch ohne PIN entsperren. Wer es sich etwas einfacher machen möchte, findet in aktuellen Geräten auch die Einstellung „Gerät an einem vertrauenswürdigen Ort entsperrt lassen“ (mehr hier bei Google) – so kann an einen sicheren Ort definieren, wo man auf PIN und Passwort verzichten möchte. Das kann bei der Arbeit, im Auto oder auch Zuhause sein. Via GPS oder auch einer bestimmten Bluetooth oder WLAN-Verbindung definiert man darüber die Regel, damit das Telefon weiß, wo es sicher entsperrt bleiben kann. Das bringt uns auch gleich zum nächsten Thema, dem sicheren Passwort.

4. Erstellen Sie mit den Kindern sichere Kennwörter

Wie Sie sichere Kennwörter finden, die nicht leicht zu erraten sind, ist eigentlich nicht schwer. Typische nicht sichere Passwörter sind Namen von Familienmitgliedern, Haustieren, des besten Freundes, des Lieblingsstars, Geburtsdaten und so weiter, da diese auch von Fremden relativ einfach herauszufinden sind. Ein Passwort sollte möglichst nicht in Wörterbüchern vorkommen. Warum nicht? Nun, es gibt sogenannte BruteForce Hacking Methoden (eng. für rohe Gewalt) und dabei wird mit riesigen Wortlisten ein Dauerangriff auf ein Login durchgeführt, bis nach Stunden oder Wochen ein Passwort die Tür öffnet. Lesen Sie in diesem Ratgeber des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik nach, wie Sie ganz einfach sichere Kennwörter erstellen können, die einprägsam, aber trotzdem schwer zu hacken sind. Warnen Sie Kinder, niemals Passwörter mit jemandem zu teilen (außer Mama und Papa). Auch ihre besten Freunde oder Freundinnen sind bei einem entstehenden Streit schnell ein unberechenbares Sicherheitsrisiko. Wer möchte schon gerne, dass Fremde unter dem eigenen Namen E-Mails verschicken oder schlimmer noch, teure Waren im Internet ersteigern können? Dieses Video vom BDSI erklärt das Thema „richtiges Passwort“ audiovisuell.

Videoquelle: BDSI / Sichere Passwörter

5. Downloads können gefährlich sein und Viren oder Trojaner beinhalten

Es ist doch toll, was es im Netz alles gratis gibt, nicht wahr? „Tausende Softwareentwickler haben nichts Besseres zu tun als Spiele und nützliche Programme kostenlos zu erstellen und zu verbreiten.“, das scheinen zumindest auch einige Erwachsene zu glauben. Kostenlose Programme und Spiele sind ein gutes Geschäft, denn jeder zahlt in irgendeiner Form – oft ohne es zu wissen. Entweder beinhalten diese Spähsoftware oder schlimmstenfalls Viren. Gute Software muss Geld kosten. Wer hier spart, legt mit Sicherheit drauf oder bezahlt mit der eigenen Privatsphäre. Ich denke, hier muss dringend ein Umdenken stattfinden. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass keine Ware auf der Welt gratis ist. Jeder muss in einer Weise Geld verdienen um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Es ist nur die Frage, wie weit jeder einzelne bereit ist, dafür ethische Grundsätze über Bord zu werfen.

Zusatzeinnahmen durch Modewahn in der Cyberwelt

Die heutige Spieleindustrie hat unsere Kinder schon lange im Visier, denn diese haben schließlich Zugriff auf das Portemonnaie der Eltern. Früher kauften wir Spiele für 120 Mark, die keine Werbung enthielten und keine In-Game-Käufe hatten. Auch wurde keine Privatsphäre ausgespäht – warum auch, der Geschäftsbereich war noch nicht geboren. Heute werden immer mehr Spiele gratis zum Download veröffentlicht, bei denen man sich mit Geld einen Vorteil im Spiel oder gegenüber anderen Spielern verschaffen kann. Man kann z.B. in ‚Clash Royal‘ auch ohne Geld soweit kommen, braucht dann jedoch Jahre um die nötigen Spielkarten zu sammeln. Schneller geht es, wenn man etwas Geld investiert. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht dagegen, in einem Spiel das gratis war Geld auszugeben. Wenn das Spiel toll ist und mich lange begeistert – dann finde ich eine Unterstützung auch angebracht. Aber da der Preis nicht gedeckelt ist, kann man hier auch hunderte Euros investieren.

Kind am Computer

Nicht alleine lassen: Das Kind am Computer

Ich denke ja oft, dass der Wahn der Marken-Bekleidung auf der Geltungssucht basiert. Kosmetische Extras bei Fortnite zu erwerben, hat meiner Meinung nach den gleichen Effekt. „Mensch hast Du ein tolles Skin, das will ich auch!“, so oder so ähnlich könnte ein Kommentar in der virtuellen Realität lauten. Es geht auch in der virtuellen Realität nur um das Geltungsbewusstsein der Heranwachsenden. Es freut sich ja jeder darüber, wenn er Aufmerksamkeit und Beachtung von den Mitmenschen bekommt, aber die Markensucht der Kids, die sich sonst bald nicht mehr auf dem Schulhof trauen (sagen sie), wurden von Unternehmen heute zusätzlich noch in der Cyberwelt übertragen. Auch dort wollen jetzt alle Spieler scheinbar richtig angezogen sein. und dort ist die Kleidung nicht billig!

6. Die Gefahr aus dem Email-Postfach

Warnen Sie Kinder, keine E-Mail-Nachrichten von Personen zu öffnen, die sie nicht kennen. Ganz wichtig, wenn es um die „Anhänge“ der Emails geht. Oft wird im Emailtext versucht den Nutzer dazu zu bewegen den Anhang zu öffnen. Es könne eine hohe Rechnung oder eine Strafandrohung sein – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Einmal geöffnet, können diese freigelassenen „Tierchen“ entweder den Rechner infizieren um sich selbst zu replizieren und sich weiter zu senden. So wird der heimische PC unbemerkt zu einem neuen Soldaten in einem Botnetzwerk und kann auf Zuruf des Hirten (Autor oder Admin des Netzwerkes) zu den Drecksarbeiten des Cyberspace abkommandiert werden: Spam versenden und Schadsoftware an andere verbreiten. Wenn der Rechner dann plötzlich sehr langsam wird, ist es auch möglich, dass der PC an einem weltweiten DDOS Angriff auf einen oder mehrere Server im Internet teilnimmt. Bei DoS-Attacken wird ein Server gezielt mit so vielen Anfragen bombardiert, dass das System die Aufgaben nicht mehr bewältigen kann und dann zusammenbricht. Es geht auch noch weiter, auch wenn der Verstand oft nicht glauben kann, so gibt es viele Horrormeldungen aus dem Internet der Dinge. So hat ein Botnet in Finnland tatsächlich Heizungsanlagen angegriffen – ein Grund mehr keine Thermostate zu verwenden, die man über eine App steuern kann. Und israelische IT-Sicherheitsforscher haben untersucht, wie Computerviren auch smarte Glühlampen befallen können. Ich möchte das nicht vertiefen, rate aber jedem Nutzer sich über das Risiko zu informieren, denn auch hier gilt „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, wenn der PC aus dem Kinderzimmer bei einem Angriff auf ein Unternehmen oder eine Institution mitmischt.

Die Gefahr ist groß und ich empfehle immer gerne, keine Email-Postfächer ohne einen installierten Virenscanner zu benutzen. Auch wenn es nach Werbung klingt, ein GMail Postfach filtert so viele Viren und Anhänge zu einem unglaublichen Preis: Das Postfach bei Google ist gratis und bietet auch einen kleinen Virenschutz. Im schlimmsten Fall wie bei uns einst geschehen, kann so ein geöffnetes Dokument mehrere Rechner im lokalen WLAN befallen und verschlüsseln um den Zugang zu sperren. Nach der Arbeit wird dann versucht Geld zu erpressen, andernfalls sähe man seine Daten nie wieder. Da ich fast alles in der Cloud sichere, ist es zwar ärgerlich aber kein vernichtender Schlag mehr einen Rechner neu zu formatieren und Windows wieder aufzuspielen.

Trojan-Ransom.Win32.Onion

Der Fund des Trojan-Ransom.Win32.Onion mit dem Kaspersky Virenscanner und der Link zum Entschlüsselungstipp

Ich hatte Glück und bin wieder Herr der Lage geworden. Aber wie man auf dem Bildschirmfoto erkennen kann, das ich mit dem Handy schnell noch gemacht habe, werden auch ‚Gratis-Programme‘ als Sicherheitsrisiko gesehen. Diese Brennsoftware hat also auch Daten ‚dabei‘, die sich zu einem Risiko entwickeln können.

Also immer den Kopf einschalten und vor der Installation fragen, ‚Wer hat für das Programm bezahlt, das ich mir gerade installieren möchte?‘ … häufig seit ihr es und ihr weißt nur noch nicht, wie abgerechnet wird!

7. Persönliche Informationen sollten geheim bleiben

Besprechen Sie mit Kindern, welche Informationen für das Internet geeignet sind und welche nicht. Eine allgemeine Empfehlung lautet, dass eure Kinder natürlich keine Telefonnummern, Adressen oder Geburtsdaten teilen oder irgendwo posten sollten. Natürlich sind Konto- oder Kreditkarteninformationen auch ein Tabu. Diese gehören nur in die Hand der Eltern. Stellen Sie sicher, dass die Kinder, die in ihren sozialen Netzwerken aktiv sind, immer die nötigen Datenschutzeinstellungen verwenden, um die öffentliche Sichtbarkeit zu beschränken. Häufig findet man dieses unter Profil > Sicherheitseinstellungen. So können nur Freunde des Kindes dessen Inhalte sehen und darauf reagieren und keine Fremden. Erst wenn Fremde eine Freundschaftsanfrage stellen, kann man abschätzen, ob man möchte, dass diese Person die Inhalte sieht, oder nicht. Bei TicToc (ehem. Musica.ly), einer chinesische Karaoke-App und populären sozialen Netzwerk der Jugendlichen, gibt es auch eine solche Funktion, sonst hätten wir die Nutzung verboten:

TicToc Konto auf Privat umstellen

TicToc > Privatsphäre und Sicherheit > Konto auf Privat umstellen und was noch? Kopf einschalten lautet die Devise!

Weiterführend kann ich noch von Leonie das Regelwerk musical.ly und TicToc -Regeln für Teenager empfehlen.

8. Nichts ist, wie es scheint

Online-Chats mit Freunden und Familie sind eine schöne Sache. Doch erinnern Sie die Kids daran, dass die Leute im Internet möglicherweise nicht so sind, wie sie sagen. Darum sollten Kinder niemals private Informationen wie Telefonnummern, Adressen oder Bilder an Fremde senden. Unsere Tochter hatte wochenlang Kontakt zu einem anderen Mädchen, das sich später doch als ein Junge entpuppte. Es hätte eine schlimmere Erfahrung werden können, ich möchte da fast nicht drüber nachdenken. Es hilft mit den Kids die Themen für den Chat zu besprechen, was überhaupt erst kommuniziert werden kann und was nicht. Stellen Sie unbedingt sicher, dass die Kinder wissen, dass sie immer zu Ihnen kommen können, wenn etwas im Netz passiert, das diese entweder nicht verstehen oder sie erschreckt. Fordern Sie die Kinder auch dazu auf, jeden zu blockieren und zu ignorieren, der sie bedroht, ausfragt oder zu irgendwelchen Handlungen auffordert.

9. Netiquette und Mobbing im Internet

Die geglaubte Anonymität des Internets kann Kinder (und auch Erwachsene) dazu bringen, Dinge zu sagen und zu tun, die sie im wirklichen Leben eigentlich nicht tun oder sagen würden. So sind Lügen, geteilte Geheimnisse und bösartige Kommentare alles Formen von Cybermobbing. Kinder sollten im Netz niemals etwas aussprechen bzw. schreiben, das sie im wahren Leben nicht sagen würden, bloß weil gerade keiner da ist, der sie scheinbar belangen könnte. Vergewissern Sie sich, dass die Kleinen wissen, dass sie immer mit Ihnen sprechen können, das kann ich nicht oft genug erwähnen. Vor allem wenn andere Nutzer gemeine oder verletzende Kommentare schreiben und andere Wege finden euer Kind im Internet zu ärgern oder bloßzustellen. Im schlimmsten Fall wird ein Kind durch aggressive / beleidigende Texte, kompromittierende Fotos oder Videos, die zum Beispiel in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, angegriffen oder der Lächerlichkeit ausgesetzt. Das große Problem dabei ist, dass wir Eltern auf diese Kommunikationswege kaum oder keinen Zugriff haben. Beispiel WhatsApp: Nachrichten und Bilder, die privat z.B. via WhatsApp gesendet werden, können einfach via Screenshot oder Screenrecording (bei Videos) kopiert und wieder weitergegeben werden. Schlimmstenfalls werden diese Daten auf Webseiten oder angelegten Fake Accounts veröffentlicht, auf die der Einzelne keinen Einfluss hat. Andere Kinder oder Jugendliche können diese Inhalte ideal zum Ärgern oder für Mobbing nutzen. Und sobald Suchmaschinen diese Inhalte erst erfassen, werden diese nur mit sehr großen Anstrengungen wieder gelöscht.

Unter dem folgenden Link erfahren Sie, was Sie tun können, wenn Ihr Kind Opfer von CyberMobbing wird und der Verein Helden e.V. bietet Schulen auch präventive Hilfe gegen Mobbing an.

Wer einen Blick in die erschreckende Statistik werfen möchte, kann auch sich die JIM Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest kostenlos herunterladen. Hier wurden Zwölf- bis 19-Jährige neben der generellen Mediennutzung auch zu ihrem Medienumgang im Hinblick auf Hausaufgaben, Lernen und Schule befragt. Das Thema Mobbing wird darin ebenfalls behandelt und zeigt, dass ältere Jugendliche häufiger Täter und Opfer sind, als bei jüngeren Schülern. Denn am stärksten sind die 16- bis 17-Jährigen betroffen.

10. Den Apps den Hahn zudrehen: Push Nachrichten ade

Auch das Abstellen von Push-Nachrichten bringt im Kiderzimmer etwas Ruhe zurück. Eine kleine Einstellung die Kindern und Erwachsenen etwas Seelenheil zurückbringt. Jeder kennt es, es peipst, es brummt – man hört es sogar im Büro durch die Wand. Man hat eine neue WhatsApp, einen Like irgendwo anders – es ist als fallen Bomben in die gerade aufgebaute Konzentration. Bei Kindern noch viel schlimmer – diese entwickeln eine regelrechte Hyperaktivität. Jeder Piep beamt deren Handy sofort in deren Hände – wo es dann auch wieder einige Zeit bleibt.

Unternehmen wissen das, denn Push-Nachrichten sind schließlich der Schlüssel zum Kunden – so holt man diesen wieder zurück auf die Seite, wo man diesen vielleicht mit Werbung weiter monetarisieren kann. Es geht nur ums Geld – auch bei den Kindern. Stellt es ab! Seit wir dies abgestellt haben, sind wir alle viel entspannter geworden. Gelegentlich kommt man zu einem Kaffee ans Handy und erkennt 10 neue Nachrichten – aber gestorben ist noch keiner, weil es etwas länger gedauert hat.

Apple und Android können hier ganz einfach helfen: Ab Android 6 hält man entweder den Finger auf einer Pushnachricht um einen Erlaubnis-Regler der betreffenden zu enttarnen. Diesen kleinen Regler schaltet man einfach auf „aus“ und schon gibt die betreffende App keinen nachricht mehr von sich. Alternativ geht man über Einstellungen > Apps, um dann die betreffende App auszuwählen und wählt dort Benachrichtigungen: Hier lassen sich alle Push-Meldungen der App blockieren. Bei Apple ist unter „Einstellungen“ das Submenu für die Push-Nachrichten. Hier lässt sich jede einzelne App einstellen. Alle Apps laufen ohne eingestellte Push-Nachrichten genau so gut wie vorher, keine Sorge!

11. Die Kommunikation in der Familie suchen

Das ist für mich persönlich eigentlich der wichtigste aller Punkte. Denn egal, was auch passiert, die Kinder sollten wissen, dass sie immer zu den Eltern kommen können um dort Unterstützung zu bekommen. Ich selbst hatte das Problem, dass ich mich bei Schwierigkeiten nie an meine Eltern wenden wollte und auch Freunde nur wenig über mich wussten. Meine Familie hatte diese Nähe nie, als ich noch ein Kind war. Vielleicht ist es daher heute für mich so wichtig, den Draht zu meinem Kind zu halten und so gut es geht auf unsere heile Welt aufzupassen (ohne dass man gleich zu ‚Helikoptereltern‘ werden muss).

Sobald man in der Familie eine problematische Situation verstanden hat, kann man in einer vertrauensvollen Runde aus Eltern(teil) und Kind doch immer einen vernünftigen Plan erarbeitet, um Dinge zusammen zu lösen. Viele denken auch oft nicht, dass es viele erweiterte Kompetenzen im Freundeskreis gibt. In unserer Welt, die sich scheinbar immer schneller dreht, muss die Familie das Wichtigste sein, das es für euch zu schützen gilt. Man muss sich nur daran erinnern, dass andere auch Sorgen haben könnten, die nicht ausgesprochen werden – auch im Freundeskreis. Wer genau hinhört, kann dies auch entdecken. Und wer helfen möchte, den mag ich daran erinnern, dass ‚Helfen‘ richtig gut ut.

Das macht Familie und Freunde aus … nein, ich meine keine ‚Facebookfreunde‘, es gibt auch noch die guten alten Freunde, zu denen man auch selber wieder werden kann. Wir haben es in der Moderne nur vergessen. 

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Jürgen

Kategorie Alle Nachrichten, Familienleben und Themen, Internet und Social Media

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