Kinder für Umweltschutz zu begeistern? So gehts!

Eine gute Methode, Kinder für Umweltschutz zu begeistern, ist es, ihnen spielerisch die Bedeutung des Themas nahezubringen. Getreu nach dem Motto: Du kannst nur schützen, was Du liebst.

Dabei kann man zum Beispiel mit verschiedenen Spielen auf dem Spielplatz experimentieren und beim täglichen Besuch beobachten, wie der Müll durch hinterlassenschaften entsteht. Oder man sammelt mit den Kindern Müll auf, um leichter zu zeigen, wie viel Schaden dieser sonst anrichten kann. So lässt es sich leicht am Fundstück erklären, was dieser Abfall für eine Gefahr darstellt – zum Beispiel, wenn sich Tiere darin verfangen können oder Vögel Zigarettenfilter mit Brot verwechseln und essen.

Selbst ein Besuch im Zoo oder ein Spaziergang in der Natur können zum Umweltschutz beitragen, da der Nachwuchs so die Natur erst einmal schätzen lernt – das ist eine Grundvoraussetzung und macht es leichter, das Wissen zum Naturschutz zu vermitteln.

Tote Bäume im Harz
Spätestens wenn die Kids beim Ausflug in den Harz fragen, warum die Bäume so oft keine Nadeln mehr haben … erklären wir die toten Bäume im Harz

Doch bei all diesen Aktionen ist es wichtig, die Kinder zu beteiligen und ihnen zu zeigen, dass wirklich jeder einen Beitrag leisten kann. Und jeder aufgesammelte Unrat im Prinzip schon Leben retten kann.

Auch wenn es für Eltern nicht immer einfach ist, kann man auch Grundsteine legen, die das Thema Natur und Umwelt näher ins kindliche Bewusstsein rückt. Ein paar Ideen, die mir gekommen sind:

Gemeinsam einen Familiengarten anlegen

Die Kinder lernen bei der gemeinsamen Gartenarbeit, dass sie etwas Praktisches tun und etwas Schönes und Lebendiges erschaffen können. Die Kids werden erst dann verstehen, dass es Spaß macht, im Freien zu arbeiten und bekommen so einen Einblick in die Natur und in die Welt der Pflanzen. Außerdem lernen Kinder auf dem Weg leichter, durch tägliches Gießen und Pflege Verantwortung für etwas zu übernehmen und auch wie wichtig es ist, zusammenzuarbeiten. Das Erfolgserlebnis, wenn Nutzpflanzen dann irgendwann Früchte tragen, ist oft schon der Grundstein für eine neue Denkweise. Und Tomaten oder Gurken wachsen schnell genug, dass es nicht zu langweilig wird.

 Tomaten-Gewächshaus
Blick in unser DIY Gewächshaus zeigt, hier wird bald geerntet

Zu langweilig? Wie wäre es mit einem täglichen Foto der Pflanzen zur Dokumentation und zum Vergleichen, wie alles geschsen ist?

Nach der „Ernte“ lernen die Kinder, dass Gutes nicht nur aus dem Supermarkt kommen muss und auch, wo diesen Obst jetzt herkommt. Sprechen Sie mit dem Nachwuchs darüber, woher die Tomaten aus dem Supermarkt kommen und wieviel Benzin und Aufwand nötig war, das Obst bis nach Deutschland zu bringen. Hier sollte der Groschen schnell fallen, dass es bedeutend nachhaltiger ist, das Obst und Gemüse aus der eigenen Region zu kaufen.

Und selbst wenn die Kinder noch zu klein sind verstehen schon die Kleinsten, was es bedeutet, zu gießen, zu jäten und zu pflanzen. Sie sehen, wie die Pflanzen wachsen und gedeihen und welche Früchte und welches Gemüse entsteht. Es lohnt sich auch mit den kleisten die Zeit im Garten, statt diese ihre Zeit am Handy verbringen zu lassen.

Aufs Fahrrad mit den Kindern

Nachhaltiges Fahrradfahren ist ein Begriff, den wohl noch nicht viele gehört haben, aber es kann eine Menge Spaß machen, den Kindern auf dem Weg die Natur näherzubringen und birgt gleichzeitig eine tolle Möglichkeit, um die Umwelt zu schützen. Als unsere Tochter mit 8 oder 9 Jahren auf einmal bei der Tankstelle entdeckte, dass der Preis von 1.80 Euro sich auf einen Liter und nicht auf „einmal Tanken“ bezieht, war sie sehr überrascht. Sie dachte immer, das wäre der Preis für eine ganze Füllung. Für mich der ideale Ansatz, um das Thema zum Verständnis immer weiter auszudehnen. So weit, dass sie selbst für Kurzstrecken gerne das Fahrrad nimmt.

Radtour am Ems-Jade-Kanal
Radtour am Ems-Jade-Kanal

Wer beim Aufklären nicht so viel Glück hat, kann aber auch versuchen Spiele zu spielen, die mit dem Fahrrad in Verbindung stehen.

Ein Beispiel hierfür ist das Spiel „Fahrrad-Puzzle“ oder „Fahrrad-Rallye“. Hierbei werden verschiedene Aufgaben gestellt, die die Kinder auf ihren Fahrrädern erledigen müssen. Zum Beispiel können sie einen kleinen Gegenstand besorgen, eine bestimmte Strecke zurücklegen oder ein Hindernis überwinden. Kinder lieben es, eine Schnitzeljagd zu machen. Wer sich ein wenig Arbeit sparen will, für den haben wir früher schon einen Blog zum Thema Schnitzeljagd mit einigen Aufgaben geschrieben.

Natürlich kann man auch einfach eine Fahrradtour machen. Diese kann entweder durch die Stadt oder durch die Natur führen. Hierbei können die Kinder viele neue Dinge entdecken, wenn man ein entsprechendes Ausflugsziel wählt. Wer mal auf Maps googelt, findet in der Umgebung häufig einen Natur- oder Waldlehrpfad, der einen Besuch wert ist und viel Wissen vermitteln kann. Dazu ist es eine tolle Möglichkeit, um gemeinsam Zeit zu verbringen.

Die Esche im Wald-Lehrpfad
Wer will vorlesen? „Die Esche im Wald-Lehrpfad“

Fahrradfahren ist also nicht nur von der Fortbewegungsart her eine tolle Möglichkeit, um die Umwelt zu schützen. Man lernt das, was unseren Schutz braucht, erst richtig kennen.

Beim Einkaufen auf regionale und saisonale Produkte achten

Die Nachhaltigkeit steht für einen umwelt- und sozialverträglichen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Das bedeutet, dass wir unsere Lebensweise an die Grenzen der Erde anpassen und versuchen, so wenig wie möglich Ressourcen zu verbrauchen. Die Nachhaltigkeit ist aber auch eine Frage der Gerechtigkeit: Wir wollen, dass alle Menschen auf der Welt ein gutes Leben führen können, ohne dabei die Erde zu ruinieren.

Um Kindern die Nachhaltigkeit nahezubringen, ist es wichtig, dass wir mit ihnen über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde sprechen. Wir sollten ihnen erklären, was Nachhaltigkeit bedeutet, und warum es wichtig ist, beim Einkaufen auf regionale und saisonale Produkte zu achten. Außerdem ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit den Kindern Veränderungen in unserem eigenen Leben vornehmen, zum Beispiel beim Müllvermeiden oder beim sparsamen Umgang mit Wasser und Strom.

Wenn du etwas kaufst, denk daran, wo es herkommt. Kauf Produkte aus deiner Umgebung, denn das entlastet unserer Umwelt. Es ist auch wichtig, saisonale Produkte zu kaufen, denn so wird weniger Plastik verbraucht. Wir alle wissen, wie fatal Plastik für die Flora und Fauna ist, weil es sehr sehr lange braucht, um zu zerfallen.

Mit Kindern Kochen und Backen

Wer sich nun fragt, was das Kochen und Backen mit Natur und Umweltschutz zu tun hat, wird sich wundern, denn es ist ideal, um mit Kindern über die Zutaten zu sprechen, während man zusammen Spaß in der Küche hat. Auf dem Weg lernen Kinder vom frühesten Alter an, wie wichtig es ist, bewusst mit den Ressourcen umzugehen und erfahren, woher unsere Lebensmittel kommen, wie sie hergestellt werden und was sie kosten. Durch das gemeinsame Kochen und Backen mit Kindern lernen Eltern und Kinder, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Zudem schmeckt es einfach viel besser, wenn Kinder mitgeholfen haben! :-)

Teigrühren: Dann wollen wir mal einen Kuchen backen.

Kochen und Backen ist nicht nur lecker, sondern auch eine tolle Beschäftigung, die Kinder schon früh lernen können. Bei diesen Tätigkeiten lernen sie, was sie in ihren Körper aufnehmen und wie sich verschiedene Zutaten auf den Geschmack auswirken. Ich erinnere mich gerne an unsere erste Unterhaltung, als unsere Tochter das Jahrtausende alte Salz aus dem Himalaya entdeckte – da musste ich selbst einiges nachschlagen und habe selbst dabei wieder einiges dazugelernt. Unfassbar, was Fast Food Menschen alles verpassen!
Wer mit Kindern kocht, lehrt sie zudem Verantwortung zu übernehmen, indem sie für ihr Essen selbst sorgen. Kinder, die bereits früh mit Kochen und Backen vertraut gemacht werden, nehmen häufiger Gemüse und Obst zu sich und ernähren sich somit auch nachhaltiger.

Man schützt nur das, was man liebt … also zur Aufgabe!

Hunderte von Studien belegen in seltener Eindeutigkeit: Die Natur ist gut fürs Gemüt. Kinder, die regelmäßig in der Natur unterwegs sind, sind glücklicher und ausgeglichener als solche, die dies nicht tun. Das hat jüngst wieder eine schwedische Studie mit über tausend Kindern ergeben. Die Forscher verglichen die Daten von Kindern, die in der Natur spazieren gingen, mit denen von Kindern, die an keinerlei Outdoor-Aktivitäten teilnahmen. Das Ergebnis: Diejenigen, die in der Natur spazieren gingen, zeigten ein deutlich geringeres Risiko, an psychischen Erkrankungen zu leiden. Außerdem waren sie glücklicher, zufriedener und viel ausgeglichener.

Natur ist gut fürs Immunsystem: Kinder, die in der Natur spazieren gehen, haben ein stärkeres Immunsystem als solche, die dies nicht tun. Das hat eine kanadische Studie mit mehr als sechshundert Kindern ergeben. Die Forscher untersuchten, ob regelmäßige Outdoor-Aktivitäten die Kinder vor Erkältungen und anderen Infektionen schützten. Das Ergebnis: Diejenigen, die in der Natur spazieren gingen, erkrankten deutlich seltener an Erkältungen und anderen Infektionen als diejenigen, die an keinen Outdoor-Aktivitäten teilnahmen.

Eine Eidechse im Wald
In der Natur kann man was erleben: Sei es nur eine Eidechse im Wald beim Sonnenbad zu beobachten

Natur ist gut fürs Gehirn: Kinder, die in der Natur spazieren gehen, entwickeln ein besseres Gedächtnis als solche, die dies nicht tun. Das hat eine amerikanische Studie mit mehr als sechshundert Kindern ergeben. Die Forscher untersuchten, ob regelmäßige Outdoor-Aktivitäten die Kinder vor Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen schützten. Das Ergebnis: Diejenigen, die in der Natur spazieren gingen, zeigten ein deutlich geringeres Risiko, an Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen zu leiden.

Natur ist gut für die Augen: Kinder, die in der Natur spazieren gehen, haben ein besseres Sehvermögen als solche, die dies nicht tun. Das hat eine kanadische Studie mit mehr als sechshundert Kindern ergeben. Die Forscher untersuchten, ob regelmäßige Outdoor-Aktivitäten die Kinder vor Augenerkrankungen schützten. Das Ergebnis: Diejenigen, die in der Natur spazieren gingen, zeigten ein deutlich geringeres Risiko, an Augenerkrankungen zu leiden.

Kinder beobachten eine Wildentenfamilie
Kinder beobachten eine Wildentenfamilie

Das bringt mich zum Schluss – Kinder sind gut für die Natur, wenn diese sich viel in der Natur aufhalten. Denn dann haben diese Kids ein viel besseres Verständnis für Umwelt- und Naturschutz als solche, die dies nicht tun. Dazu braucht es leider keine Studie, das ist eine Volksweisheit. Denn nur diejenigen, die die Natur lieben, zeigen einen deutlich höheren Willen, sich für Natur und Umweltschutz einzusetzen, als jede Kinder, die sich an keinen Outdoor Aktivitäten beteiligen. Bedauerlicherweise kein Fun Fact – es ist die traurige Wahrheit.

Wenn Du es bis hierher geschafft hast, empfehle ich Dir unbedingt einen Blick in unsere 10 tollen Ideen, wie man Kinder für mehr Nachhaltigkeit begeistern kann – die werden gerne mitgenommen :)

Ich wünsche euch viel Erfolg und freue mich, falls jemand noch eigene Ideen hat und diese als Kommentar für andere Leser hinterlassen möchte. Und falls ihr selbst einen Blog habt, tragt doch eure Seite hier ein :)

Euer Jürgen, aka Rusty_Invader

Jürgen

Ich bin Jürgen aka Rusty_Invader und als der Familienpapa entdecke mit unserer kleinen Familie die Welt. Was uns wichtig erscheint, müssen wir hier in diesem Familienblog niederschreiben. 'Nakieken' ist übrigens Plattdeutsch und bedeutet soviel wie "genauer hinsehen" und genau das machen wir hier im Blog. Abonniere uns, damit du immer auf dem Laufenden bleibst: Wir posten auch Fotos in Instagram :-) Bis bald!