Alles rund um den Infrarotstrahler

Zur Elektroheizung gehörend, erzeugt das Infrarotlicht natürlich nicht nur rötliches Licht, sondern auch angenehme Tiefenwärme. Das kurzwellige Infrarotlicht wird in der Medizin, bei der Tierhaltung, in der Sauna, in der Hallenbeheizung und in der Wohnraumbeheizung eingesetzt.

Als Energiequelle dient entweder haushaltsüblicher Strom oder Gas. Prinzip und Wirkungsweise sind identisch, unabhängig von der verwendeten Energiequelle. Ein Infrarotstrahler gehört zu den Flächenheizungen, das heißt die Erwärmung funktioniert über die direkte Bestrahlung von Flächen und nicht durch die Erwärmung der Luft am Heizkörper.

Die Beheizung mit einem Infrarotstrahler ist ausgesprochen effizient und die Luft wird aufgrund der kurzwelligen infraroten Strahlung sehr schnell durchdrungen, – unabhängig von der Lufttemperatur. Umweltfreundlich und kostengünstig überzeugt der Infrarotstrahler auch durch seine besonders flexiblen Einsatzmöglichkeiten, wenn man sich für einen Öko-Strom Anbieter entscheidet.

Welche Arten von Infrarotstrahler gibt es?

Bei den elektrischen Infrarotstrahlern gibt es die folgenden Arten:
Der Quarzstrahler
Sie haben ein Quarzrohr, welches mit Inertgas gefüllt ist. Dieses verhindert das Verbrennen des Quarzes und erlaubt, dass der Draht im Inneren des Heizwiderstandes deutlich heißer als bei herkömmlichen Heizstrahlern werden kann. Als Energiequelle dient der Haushaltsstrom.

Der Wirkungsgrad liegt bei 60% und die Aufheizphase beträgt 30 Sekunde (auf 90% der Leistung). Die Windempfindlichkeit ist hoch und der Quarzstrahler erzeugt 0,5% sichtbares Licht. Er gehört zu den Heizungen mit einem höheren Anteil an Infrarot A und B Strahlung.

Der Halogenheizstrahler
Hat einen höheren Wirkungsgrad als der Halogenstrahler und kommt zum Beispiel unter Cerankochfeldern zum Einsatz. Neben dem Quarzkern kommt ein Halogen zum Inertgas hinzu, dass noch höhere Temperaturen aushalten können, als der herkömmliche Quarzstrahler.

Der Wirkungsgrad liegt bei 92% und die Aufheizphase beträgt 1 Sekunde (auf 90% der Leistung). Windempfindlichkeit liegt nicht vor und der Anteil des sichtbaren Lichtes beträgt 6%. Er gehört zu den Heizungen mit einem höheren Anteil an Infrarot A und B Strahlung.

Der Gasinfrarotstrahler
Bei den mit Gas betriebenen Infrarotstrahlern gibt es die folgenden Arten:

Der Hellstrahler
Sie werden entweder mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben und oft an Wänden oder Decken befestigt. Die Erzeugung der Infrarotstrahlung findet durch eine sichtbare Verbrennung von einem Gas-Luft-Gemisch an der Geräteunterseite statt. Die Keramikplatten glühen hell auf, sie sind auch gleichzeitig das Herzstück der Hellstrahler. Sie können sich auf bis zu 950 Grad Celsius und mehr erhitzen und geben Infrarotstrahlung ab. Die Reflektoren verteilen die Strahlung dann in den Aufenthaltsbereich.

Der Dunkelstrahler
Sie erzeugen eine nicht sichtbare Verbrennung von einem Sauerstoff-Gas-Gemisch. Durch geschlossene Strahlrohre in den Brennern gelangt die Wärme in die Umgebung. Als Brennstoff dient Erdgas oder Flüssiggas. Moderne Dunkelstrahler erreichen einen Strahlungsfaktor von bis zu 77%, gelangen dann hier aber an ihre technischen Grenzen. Ältere Geräte haben sogar nur einen Strahlungsfaktor von 45 bis 55%. Die entstandenen Abgase müssen in die Umwelt abgeleitet werden und die Abgasanlage muss einmal im Jahr von einem Schornsteinfeger überprüft werden. Außerdem gelten hier die gesetzlichen Abgasvorschriften.

Wie funktioniert ein Infrarotstrahler?

Im Jahr 1800 wurde das Infrarotlicht, auch IR-Licht genannt, durch Zufall entdeckt. Es befindet sich oberhalb des roten Farbspektrums, wenn man sich Sonnenlicht durch ein Prisma anschaut und ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Infrarotstrahlung regt Moleküle zu Bewegung und Rotation an, weshalb es Wärme erzeugt. Dabei werden Festkörper deutlich besser erwärmt als Luft. Die elektromagnetische Strahlung wird in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:

IR-A= Kurzwelliges Infrarot
IR-B= Mittelwelliges Infrarot
IR-C= Langwelliges Infrarot

Infrarotstrahlung wird auch als Wärmestrahlung bezeichnet, denn sie löst ein angenehmes Wärmegefühl auf unserer Haut aus. Das liegt vor allem an der kurzwelligen Infrarotstrahlung, die Luft sehr gut durchdringt und von der Außentemperatur nicht beeinflusst wird. Daher kommt auch die Tatsache, dass wir bei Minustemperaturen im Schnee die Sonne als angenehm warm empfinden, denn die Sonne enthält ebenfalls Infrarotstrahlung. Jeder Infrarotstrahler enthält in seinem Spektrum alle drei Arten von Strahlung, aber zu einem sehr unterschiedlichen Anteil.

Elektromagnetische Energie wird mit Lichtgeschwindigkeit zugestellt und ist individuell regelbar, daher also sehr sparsam und umweltfreundlich. Durch Vermeidung der bei der herkömmlichen Heizung (Konvektionsheizung) Wärmewalze und der Tatsache, dass sich die umgebende Fläche erhitzt, erzeugt diese Heizungsart sehr viel Behaglichkeit bei den Benutzern. Die Lufttemperatur kann mit einer Infrarotheizung um bis zu 3 Grad niedriger beheizt werden, ohne einen Wärmeverlust zu befürchten. Das spart wiederum Energie ein.

Infrarote C Strahlung erwärmt den menschlichen Körper tief und löst ein angenehmes Gefühl der Behaglichkeit aus. A und B dagegen haben eine geringere Eindringtiefe.

Wie heiß werden Infrarotstrahler?

Infrarot Licht der Klasse A kann mindestens bis zu 700 Grad Celsius heiß werden.

Infrarot Licht der Klasse B kann von 250 bis 700 Grad Celsius heiß werden.

Infrarot Licht der Klasse C kann nur bis zu maximal 250 Grad Celsius heiß werden.

Welche Leistung ist nötig?

Abhängig von der zu heizenden Fläche berechnet sich auch die Wattleistung. Außerdem ist ein wichtiger Faktor, ob die Fläche gut oder schlecht gedämmt ist.
Generell sagt man:

  • Bei einer gut gedämmten Wohnfläche ist die Berechnungsgrundlage 60 W pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Bei einer schlechten Dämmung muss man dagegen schon 100 Watt ansetzen.

Außerdem empfiehlt es sich mehrere kleine Geräte anzuschaffen, anstatt wenige große Heizkörper oder Infrarotstrahler.

Was kostet ein Infrarotstrahler?

  • Einfache Infrarotstrahler für das Badezimmer oder den Wickeltisch gibt es bereits ab ca. 50 Euro.
  • Infrarotstrahler für Terrassen kosten durchschnittlich ca. 200 Euro und für größere Flächen müssen mindestens ca. 1200 Euro pro Gerät kalkuliert werden.
  • Große Heizstrahler für eine durchschnittliche 80 qm Wohnung liegen bei ca. 3.500 bis 4.500 Euro, wenn man von 10 Heizkörpern mit je 500 Watt Leistung ausgeht.

Eignen sich Infrarotstrahler für die Terrasse?

Ja. Besonders ideal sind gasbetriebene Infrarotstrahler, die jedoch ausschließlich im Außenbereich genutzt werden dürfen. Entweder als Standgerät oder an der Wand befestigt, erzeugt die Infrarotheizung eine behagliche Wärme für die Besucher auf der Terrasse. Unter dem Sonnenschirm angebracht, erwärmt eine Infrarotheizung ca. 4 Quadratmeter. Generell muss der Infrarotstrahler immer über Körperhöhe angebracht werden, dabei ist es unwichtig ob von der Decke hängend oder an der Wand befestigt.

Infrarotstrahler erwerben

Nahezu jeder große Anbieter verfügt über einen eigenen Onlineshop. Natürlich bietet sich auch der stationäre Handel für den Kauf eines neuen Infrarotstrahlers an. Lassen Sie sich ausführlich beraten und holen Sie sich im Vorfeld ausreichend Informationen zum Thema ein. Beachten Sie, dass bei billigen Angeboten oftmals auch die Qualität niedrig ist und beim Kundenservice sowie dem Reparaturdienst gespart wurde.

Was muss man beim Kauf beachten?

Zuerst ist das Einsatzgebiet wichtig für die Auswahl des richtigen Heizstrahlers. Innen oder Außen oder Innen- und Außenbereich? Im gewerblichen Bereich empfiehlt sich der Gasbetriebene Heizstrahler, da sonst große Mengen an Strom benötigt würden, die hohe Kosten verursachen. Weiterhin ist die beheizende Fläche zu berücksichtigen, da Infrarotstrahler auf Grund der Tatsache dass Sie Gegenstände und Personen erwärmen, in Ihrer Wattzahl an die Größe des Raums angepasst werden müssen.

Zuletzt ist noch wichtig, wo der Infrarotstrahler aufgestellt bzw. befestigt werden soll und ob dafür Stromleitungen verlegt werden müssen. Noch ein wichtiger Tipp ist, dass Sie unbedingt auf die Strahlungsart der Heizrohre achten, denn nur die kurzwellige infrarote A-Strahlung gibt die Wärme sofort nach dem Anschalten ab.

Was ist besser: Infrarotstrahler oder Heizpilz?

Der Heizpilz erwärmt durch elektrisch betriebene Heizelemente die Umgebung. Dagegen erwärmt ein Infrarotstrahler Oberflächen von Objekten und Personen. Bei mit Gas betriebenen Heizpilzen wird eine Flamme entzündet, die die metallene Oberfläche um den Heizpilz erwärmt und diese dann die Wärme an die umgebende Luft abgibt. Sie werden mit Propangas betrieben und haben am oberen Abschluss eine Art Hut oder Dach.

Eine kluge Alternative ist der Infrarot Heizpilz, bei dem nicht die Luft erwärmt wird, sondern die Oberflächen der Umgebung.

Was ist besser: Infrarotstrahler oder Infrarotheizung?

Der Infrarotstrahler ist für kleine Räume geeignet und kann im Inneren eingesetzt werden. Als Heizstrahler mit Gasbetrieb eignet er sich nur für den Außenbereich. Die Infrarotheizung kann im Inneren eingesetzt werden und inzwischen sind zahlreiche moderne Varianten und Modelle im Handel erhältlich. Von dezent bis nahezu unsichtbar und in verschiedenen Designs und Farben passt sich die Infrarotheizung dem Innendesign des Wohnraums an.

Welcher Infrarotstrahler ist der beste?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn der Einsatzzweck, die Raumgröße und die persönlichen Vorlieben spielen eine große Rolle bei der Auswahl des richtigen Gerätes.

Wenn man sich die folgenden Fragen beantwortet, kommt man der Auslese aber schon deutlich besser:

  • Innen- oder Außenbereich?
  • Größe der zu beheizenden Fläche?
  • Betrieb mit Strom oder Gas bevorzugt?
  • Mobil oder fest installiert?
  • Decke oder Wand?
  • Was will ich ausgeben?
  • Welche Komfort Features sind mir wichtig?

Nachdem sie diese Fragen beantwortet haben, empfehlen wir Ihnen das Lesen von verschiedenen Testberichten und die Einholung von Informationen zu den bekannten Herstellern. Dann finden Sie garantiert ein Top Gerät mit sehr guter Qualität und einem hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis, dass für Ihre individuellen Zwecke geeignet ist.

Welcher Infrarotstrahler für die Lackiererei?

Lack trocknet mit Infrarotlicht deutlich effektiver als mit normaler Wärme. Infrarotstrahler übertragen die Wärme kontaktfrei und ohne Übertragungsmedium. Teilprozesse der Lacktrockung, wie Abdunsten und Antrocknen, Angelieren und Vernetzen sowie die Aushärtung werden beschleunigt. Der Infrarotstrahler für die Lackiererei muss auf jeden Fall extrem kurze Bereitschaftszeiten vorweisen können und auch für Wasserlacke und UV-Lacke geeignet sein. Die effektivste Wellenlänge für Infrarotstrahler in einer Lackiererei liegt bei 3 bis 6 ?m.

Die Anbieter am Markt sind zahlreich und daher empfiehlt es sich auch hier sich vorher zu informieren und sich nach den bekannten Markenherstellern zu erkunden. Die Beratung im Fachhandel ist bei einer solchen Investition unbedingt anzuraten. Geprüfte Qualität und verschiedene Siegel sollten an den Infrarotstrahlern für den gewerblichen Bereich genauso vorhanden sein, wie beim kleinen Infrarotstrahler für den privaten Gebrauch.

Welcher Infrarotstrahler für das Bad?

Ein kleiner Infrarotstrahler wäre die ideale Lösung für das Badezimmer. Montiert direkt unter der Decke oder an der Wand, aber immer über Körperhöhe, kann der Infrarotstrahler seine volle Leistung entfalten. Auch ein Quarzstrahler kann passend sein, wenn es sich um ein kleines Badezimmer handelt, denn die Quarzstäbe werden nicht so heiß, wie die einer normalen Infrarotheizung.

Installation und Bedienung einer Infrarotstrahlers

Sofern der Infrarotstrahler mobil ist, benötigt es keiner weiteren Montage. Lediglich die Inbetriebnahme muss gemäß der Bedienungsanleitung des Herstellers beachtet werden. Bei einer Montage an der Wand oder der Decke sollte entsprechendes Werkzeug bereit liegen und eine Person, die über entsprechende Kenntnisse verfügt. Da für Infrarotstrahler und Infrarotheizungen keine Rohre verlegt werden müssen, ist sonst keine weitere Installation notwendig.

Was muss man bei der Installation eines Infrarotstrahlers beachten?

Das Gerät muss immer so nah wie möglich am Ziel angebracht werden. Da der Infrarotstrahler Oberflächen von Objekten in seiner unmittelbaren Nähe erwärmt, ist es wichtig, dass er nicht zu weit entfernt ist. Der Abstand von 1,5 bis maximal 2 Meter ist ideal. Die perfekte Ausrichtung erhält man, wenn man den Infrarotstrahler unter der Decke befestigt. Die Wand eignet sich aber alternativ ebenfalls. Ist die Montage nicht nah genug am Ziel möglich, dann kann ein mobiler Infrarotstrahler verwendet werden.

Extra Tipp: Sicherheit geht vor, achten Sie auf das GS Zeichen am Gerät für geprüfte Sicherheit. Am besten verwenden Sie TÜV geprüfte Heizstrahler. Jedes Gerät muss das CE Zeichen haben, welches nicht mit dem GS Siegel zu verwechseln ist. Das CE Zeichen ist die Grundlage für den Betrieb technischer Produkte in Europa.

Vorsicht beim Betrieb von Infrarotstrahlern, denn durch die hohen Temperaturen, die direkt an den Heizstrahlern erreicht werden können, besteht extreme Verbrennungsgefahr bei direkter Berührung oder zu naher Montage an Gegenständen wie Markisen oder Sonnenschirmen.

Eine hohe Langlebigkeit garantiert nicht nur eine hohe Lebensdauer sondern bedeutet auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit. Ein geprüfter Infrarotstrahler muss mindestens eine Lebensdauer der Röhren von ca. 5.000 Stunden aufweisen.

Billiggeräten mangelt es oftmals an einem guten Reparaturdienst und Kundenservice. Was aber tun, wenn das Gerät kaputt ist? Empfehlenswert ist es daher, auf ein Gerät eines bekannten Herstellers zurückzugreifen, der einen flächendeckenden Kundenservice und Wartungsdienst anbietet und dessen Ersatzteile schnell den Weg zu Ihnen finden.

Wo und wie entsorgt man einen Infrarotstrahler?

Die Infrarot Glühbirne kann über den allgemeinen Restmüll entsorgt werden. Der Rest des normalen Infrarotstrahlers muss aber über den Sperrmüll entsorgt werden. Heizkörper und Infrarotstrahler müssen über den Sperrmüll als Elektrogeräte entsorgt werden.

In vielen Gemeinden muss dieser vorher angekündigt und beantragt werden. Auch können kleine Heizkörper und Strahler in den Recycling Stationen der Gemeinden abgegeben werden. Vielerorts sind auch sogenannte Elektro-Container im Einsatz, auch hier können die Kleingeräte entsorgt werden. (Ohne Glühbirne)

Jürgen

Ich bin Jürgen und als der Familienpapa entdecke mit unserer kleinen Familie die Welt. Was uns wichtig erscheint, müssen wir hier in diesem Familienblog niederschreiben. 'Nakieken' ist übrigens Plattdeutsch und bedeutet soviel wie "genauer hinsehen" und genau das machen wir hier im Blog. Abonniere uns, damit du immer auf dem Laufenden bleibst: Wir posten auch Fotos in Instagram :-) Bis bald!