Ein paar Tage im in die französische Champagne nach Troyes

Kathedrale in Troyes, FrankreichKathedrale in Troyes, Frankreich

Nach dem ersten Teil, der uns in die Pfalz zum Speyerer Brezelfest und an die Weinstraße führte, haben wir etwas wehmütig die französische Grenze passiert. Auch wenn die Landschaft des Elsass ähnlich wirkt wie die Südpfalz, verlasse ich nur ungern meine alte Heimat. Doch haben wir ein neues Ziel auf der Landkarte: Troyes in der französischen Champagne.

Die Stadt Troyes liegt im Nordosten von Frankreich und ist mit ihren 60.280 (Kern) eine gemütliche Großstadt, die moderne und historische Elemente auf interessante Art verbindet. Sie ist im Département Aube in der Champagne-Ardenne gelegen. Durch Troyes fließt die Seine, was diese Stadt, wenn man so will, zu einer kleinen Schwester von Paris macht. Dennoch zeichnet sie sich durch eine eher ruhige Gangart aus.

Französische Kleinstadt

Eine typische französische Kleinstadt durch die wir fuhren

Doch heute wollten wir uns eigentlich auf der Reise etwas Zeit lassen, um bei dem sonnigen Wetter einige Dörfer oder Städtchen auf dem Weg nach Troyes zu erkunden. Vielleicht gerade weil wir in Aurich (nah der Nordseeküste) wohnen, genießen wir jeden Blick auf die hügelige Weingegend sehr. Aber der Ruf der Grenzregion ist schließlich auch magisch. Wir meiden gezielt die Autobahn und somit auch die kostenpflichtigen Mautstecken. Ihr mögt euch fragen „warum“ wir das tun, ganz einfach: Weil wir in jeder Kleinstadt, die wir auf dem Weg passieren, nach dem malerischen französischen Café für eine Rast suchen. Ich will mal versuchen es zu beschreiben: Idealerweise führt ein kleiner Fluss oder ein Bach durch ein altes Städtchen in einem grünen Tal. Dort stellen wir uns dann ein kleines Cafe vor, dass direkt an einem dieser Flussläufe residiert. Hier, genau hier genießen wir dann warme Croissants. Die sind hier besonders lecker, das muss man mit der lokalen Gastlichkeit erlebt haben :)

Jedes Land das wir „befahren“, hat mehr Kreisel im Straßenverkehr angelegt als Deutschland. Einerseits finde ich diese sehr praktisch, andererseits fürchte ich ein wenig die, die Mehrspurig sind, weil ich letztes Jahr in einem Kreisverkehr in Lyon unserem PKW in einen Laster gelenkt habe. Seither habe ich vor der Fahrweise im Ausland Respekt. Aber lassen Sie sich nicht anstecken :)

Letztendlich erreichen wir nach einer herrlichen Sightseeing-Tour durch Frankreich den Stadtrand von Troyes – unserem Reiseziel. Auffallend viel Verkehr und viel Polizeipräsenz bringt etwas Unruhe in unser Gefährt. Jedoch die Aussicht, sich gleich auf einem großen Bett lang auszustrecken, bringt den Fokus zurück auf die Straße „… nur noch 5km“, sagte meine Frau, doch das sollten wirklich harte 5km werden!


Nur noch einen letzten Kilometer vor dem Ziel, brachte uns eine Straßensperre der Polizei vom Kurs ab. Das Navi beharrte auf der Straße und hätte es knurren können, hätte es das sicher getan – doch wir mussten eine Ausweichstrecke in die Altstadt nehmen. Der Verkehr war die Hölle, nie hätte ich gedacht dass eine Stadt wie Troyes so viele Menschen beherbergen könne.
Was wir hier noch nicht wissen konnten, wir haben uns ausgerechnet (oder zum Glück!) das Wochenende des französischen Nationalfeiertags ausgesucht. Daher soviel Sicherheitspersonal und eine herrlich geschmückte Stadt.

Das Best Western Hotel in Troyes

Als wir das Best Western Hotel in der Altstadt endlich erreicht hatten, bot sich noch eine interessante Erfahrung im Bereich „Kurzparken“. Da das Hotel ein Parkhaus hatte – nur nicht eben beim Hotel, musste man eben einen dieser Kurzparkplätze halten, die mit einer netten grünen Säule regelrecht beleuchtet wurden. Endlich angekommen – jetzt gemütlich einchecken und eine kleine Liegepause machen, dachte ich als unser Wagen endlich stand.
Doch nichts da – die Säule am Parkplatz änderte die Farbe auf ROT und ein Countdown zählte 5 Minuten rückwärts. Dabei stand, wer hier länger stehen bleibt, muss mit einem Strafzettel rechnen. STRESS! Also schnell die Koffer aus dem Auto und fragen wie man zum Parkhaus kommt, zack-zack!


Wer nach Troyes kommt, kann sich Zeit für die Sehenswürdigkeiten nehmen, aber auch gut und typisch essen und trinken. Troyes ist eine Stadt, in der das „Savoir vivre“ gut zu spüren ist.

Troyes hat sich zu einem Touristenzentrum entwickelt, weist aber auch einige Industriezweige auf. Dazu gehören die Schmelzhütte und einige Betriebe der Textil- (Lacoste) bzw. Gummi-Industrie. Natürlich wächst in Troyes auch ein guter Wein, dem man in einer Dégustation gerne ausgiebig zusprechen darf. Ein leichter Champagner wird aus den Trauben kreiert.

Wer Troyes besucht, sollte sich auf jeden Fall Zeit für einen Bummel durch die Altstadt nehmen

Hier sind gut erhaltene Häuser aus dem 16.- 18. Jahrhundert zu bewundern. Ebenso bietet sich eine große Vielfalt an schönen Kirchen an, die teilweise aus der Gotik bzw. der Renaissance stammen. Hier wären zu nennen: die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul, die durch ihren Kirchenschatz und wunderschöne Glasgemälde aus dem 13.-16. Jahrhundert besticht. Des Weiteren lohnen die Kirchen Saint-Jean (14.-17. Jahrhundert), Sainte-Madeleine (12.-16. Jahrhundert) Saint-Rémy (14.-16. Jahrhundert) und Saint-Pantaléon (16. Jahrhundert) einen Besuch. Und mal ehrlich – ist das nicht Frankreich?

Wen es mehr in die Moderne zieht, könnte das Musée d’Art Moderne, das im Bischofspalast wunderschön gelegen ist, und internationale Exponate aufweist, besuchen. Das Musée Saint-Loup ist sicher für Kinder interessant, denn hier sind archäologische und naturhistorische Exponate zu bewundern. Wer sich an Gläsern und Kräutern erfreuen möchte, besucht die Apothicairerie mit ihrem Schatz an Apotheken Exponaten im Hôtel Dieu-le-Comte. Hier ein paar Impressionen aus der Stadt:

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Das grundsätzlich Übersichtliche, die Möglichkeit, viele der erwähnten Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen zu können, machen diese gemütliche Stadt zu einem lohnenden Ziel, wenn man auf der Durchreise an die Küste ist. Sie weist eine Reihe kleiner Hotels und Pensionen auf, die sich durch relativ moderate Preise auszeichnen. Die Gastronomie weist das ganze Spektrum auf, von der kleinen Brasserie zum Sterne Restaurant kann der Gast hier alles finden. Troyes ist ein bisschen wie eine unentdeckte Schönheit, was aber auch zu ihrem Charme beiträgt. In alten Gassen schlendern, einen Café au lait genießen, das stellt für viele Touristen schon eine hohe Urlaubsqualität dar. Bienvenue à Troyes!

Jederzeit wieder empfehlenswert: Troyes feiert den Nationalfeiertag mit allem was dazugehört!

Schneller als uns lieb war, kommt die Zeit des Abschieds. Unser letztes kleines Reiseziel liegt im Industriegebiet, das die Outlets Troyes beheimatet.

Nach der umfangreichen Shoppingtour durch die Outlets von Troyes geht es nun weiter in Richtung Efteling in den Niederlanden. Das Ziel ist der große Freizeitpark in der niederländischen Provinz Nordbrabant. Er liegt bei Kaatsheuvel zwischen Waalwijk und Tilburg. Es wird nun Zeit, dass unsere Tochter endlich auch einen schönen Sommerurlaub verbringen kann, denn heir werden wir auf unserer letzten Etappe auch übernachten!

Gute Reise, euer Jürgen

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