Es war strahlend blauer Himmel und schon fast noch angenehm warm als wir von Aurich nach Amsterdam aufbrachen. Dieses mal hatten wir uns jedoch vorgenommen unsere Tochter nicht mitzunehmen,
da wir nach den zwei Nächten in Amsterdam noch einen Kurztrip mit der Fähre nach England machen wollten. Die Reederei DSDF, die auch in der Ostsee unterwegs ist, verbindet auf recht angenehme Weise Amsterdam mit NewCastle in England.
Ich möchte jedem empfehlen, wenn man sich in Amsterdam nicht sonderlich auskennt und vielleicht noch die Unterkunft in der historischen Altstadt in Amsterdam hat, sollte man unbedingt ein halbwegs aktuelles Navigationsgerät im Fahrzeug zu haben. Die Stadt der tausend Brücken, wie Amsterdam liebevoll genannt wird kommt nicht von ungefähr:
Amsterdam soll doch tatsächlich die Stadt mit den meisten Brücken auf der ganzen Welt sein. Nun, Amsterdam ist auch die Stadt der Fahrräder, Baustellen und Einbahnstraßen. Und da in vielen Hotels in der Altstadt kein Parkplatz mit inklusive ist (es ist dort wirklich sehr eng), ist geliehene Ortskenntnis durch ein Navi sehr zu empfehlen. Auch solche Apps wie “Where is my car” (erhältlich für Iphone und natürlich Android) die via GPS den Standort vom Fahrzeug speichern sind hier sehr nützlich. Erst nach unserem Besuch stellte ich fest, dass es im Android-Market auch ein Amsterdam-Reiseführer gibt – getestet habe ich diesen jedoch nicht, dazu kann ich nichts sagen, wollte diesen aber gerne mal ausprobieren, wenn wir Amsterdam (bald) wieder besuchen.
Doch zurück zur Geschichte: Nachdem wir unsere Tochter bei Oma und Opa einquartiert hatten konnte es losgehen. Eltern brauche ich nicht zu sagen, dass wir nur einige Kilometer später bereits uns nur noch über unsere Tochter sprachen und uns miserabel fühlten den Trip alleine zu unternehmen.
Unterwegs, Sonnenschein und gute Laune. Meine Frau studierte bereits den Reiseführer über mögliche Ziele, was wir denn ‘unbedingt’ besuchen müssen, wenn wir schon mal da sind.
Der Urlaub in Amsterdam sollte schließlich auch etwas ganz besonderes sein, wenn man zum Geburtstag mal aus dem Alltag ausbricht. Ein Tempomat könnte sich vorteilhaft entwickeln,
die niederländische Verkehrspolizei ist selbst bei geringen Geschwindigkeitsübertretungen sehr streng – Spaß versteht man hier selten, vor allem mit deutschen Kennzeichen wird gerne kassiert – was wir von unseren niederländischen Freunden schon oft gehört haben.
Also gleich dran denken – auf niederländischen Autobahnen gilt Tempo 120km/h. Ich stellte den Tempomat auf 130 km/h und ließ den Wagen weiter gen Amsterdam rollen.
Die Fahrt ist nicht bemerkenswert – viele Autobahnen sind für die Autofahrer sogar nachts beleuchtet, was ich aus Deutschland kaum kenne. Dennoch, wir erreichten Amsterdam und ich erkannte manche Ecke wieder,
die ich mir vorher in Google Streetview angesehen habe, da die Stadt Amsterdam vom Aufbau und Ausbau wirklich nicht großen deutschen Städten vergleichbar ist und nicht nur sehr groß, sondern auch sehr verwinkelt ist. Das Hotel Weber (Marnixstraat 397, 1017 PJ Amsterdam) war ein Ziel, welches wir im Internet als ein echt empfehlenswertes Hotel ausmachten. Der Preis ist nicht so günstig, aber in der idealen Lage wenn man Urlaub in Amsterdam plant. Wir wollten eine Unterkunft so zentral wie möglich haben, um die wichtigsten Ziele zu Fuß erreichen zu können.
Auch im Oktober sind auf allen Plätzen der Altstadt Amsterdams jede Menge Heizstrahler aufgebaut um die Kneipen auch unter freiem Himmel zu füllen. Es ist herrlich hier am späteren Abend unterwegs zu sein – Tip um die Ecke: das Satellite Sportscafé (Leidseplein 11) wo wir herrliche Spare Rips vertilgten (all-you-can-eat für 12 Euro). Die Menschen sind sowas von positiv gestimmt, man merkt schon den deutlichen Unterschied zu Städten wie Frankfurt oder Hamburg. Fast nirgendwo trifft man auf so viele unterschiedliche Kulten, auch die Gespräche mit allen die wir kennenlernen durften waren einfach toll.
Als wir am ersten Tag unsere Kunst-Museen Tour starteten, wusste ich noch nicht wie schön sich der Tag entwickeln sollte. Denn nach dem Landes Kunst Museum und dem Van Gogh Museum, die man nicht verpassen sollte, führte uns unser weg zum House of Bols Cocktail & Genever Experience (Paulus Potterstraat 14), der ältesten Brennerei (der Welt angeblich) und schräg gegenüber vom Van Gogh Museum in Amsterdam, dessen Besuch sich auch lohnt. Obwohl – und das muss ich hier wirklich mal sagen, ich kein Museumsfan bin, war ich von den Ausstellungen extrem begeistert:
Im obrigen Video kamen wir in den ersten Raum, der mich durch die Präsentation und der gewählten Riesenzitate regelrecht erschlug – was für ein “Opening”. Dann in einem anderen durfte sich jeder Maßnehmen lassen – zu einem Kunstwerk im Ganzen, ich weiß nicht wie ich es beschreiben sollte, seht es euch mal im Film an, alleine der Gedanke dahinter ist großartig. Im Film sieht man noch einen Ausschnitt von etwas sehr “großem”, das durch die Akustik erzeugt wurde, die ich mit meinem Foto aber nicht erfassen konnte. ‘Gezeigt’ – oder besser vorgelesen wurden eine Million Jahre. Immer eine männliche und eine weibliche Stimme im Wechsel – … 44016 BC … 44017 BC … Ein Kunstwerk, das selbst genug Inhalt und Größe bot, um mir selbst ein halbes Jahr danach noch einen Nackenschauder zu erzeugen. Weiter gehts auf der nächsten Seite ins House of Bols, das in der selben Straße ist…


Unser Besuch in König der Löwen kombiniert mit dem Besuch von Hagenbecks Tierpark in Hamburg war wirklich die Reise wert, und mehr noch – hier möchten wir euch von einem idealen Ausflugsplan in Hamburg berichten, der in dieser Art leicht planbar ist, keinen Stress birgt, für Familien mit Kindern ab 4 Jahren ideal ist und unvergesslich bleibt.
Sonntag: Hier hatten wir geplant gemütlich zurück in die Heimat zu fahren, doch das Wetter war einfach zu schön – prompt viel uns ein, dass wir am Vortag schon auf dem Hin- und Rückweg von König der Löwen am Tierpark Hagenbeck in Hamburg vorbeigefahren waren. Da wir in der Situation waren, nichtmal nach dem Zoo suchen zu müssen, wählten wir unserer Tochter zuliebe dieses Ziel für den Sonntag an, da wir auch noch recht früh dran waren und nach dem Frühstück im Hotel etwa gegen 10:30 ausgecheckt hatten.