Nakieken, das Familienmagazin

Starcraft 2 im Praxistest, kann es dem Vorgänger das Wasser reichen?

Sieben Jahre Entwicklungsarbeit steckte Blizzard Entertainment in sein Flaggschiff – StarCraft 2: Wings of Liberty. Aber das Warten hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Selbst Hardcore-Gamer kann das Echzeit-Strategiespiel von Anfang an überzeugen, vereint StarCraft 2 doch eine Reihe faszinierender Spielprinzipien mit spannenden Storylines und exzellenter Grafik. Doch was leistet der neue E-Sport-Klassiker in der Praxis? Und taugt das Echtzeitstrategiespiel auch für Anfänger in der Echtzeitstrategie?

Warum verfallen alle alten Gamer immer in dieses ehrfürchtige Schweigen, wenn über Starcraft gesprochen wird?

Nach dem Intro und einigen Zwischensequenzen, die euch vielleicht etwas angefixt haben, ein kleiner Ausflug in die Geschichte des eSports angebracht. Wir schreiben das Jahr 1998. Damals betrat mit „Starcraft“ ein vollkommen neues Spielprinzip den Gamemarkt, abseits der dominaten Shooter und Textadventures. Das Ziel war kein anderes, als die Vorteile beider Genres zu verbinden und daraus einen spannenden eSports-Titel zu generieren. Der Rest ist Geschichte. Bis heute gilt „Starcraft“ als wichtigster und am meisten gespielte eSports-Titel weltweit. Mit „StarCraft 2: Wings of Liberty“ schickte Blizzard Entertainment nach sieben Jahren Entwicklungszeit am 26. Juli 2010 den Nachfolger um die Gunst der Pro-Gamer ins Rennen. Das Ergebnis kann durchaus überzeugen. Neben denm ausgereiften Einzelspielermodus, in dem die Bewältigung eher linear gestrickter Kampagnen im Vordergrund steht, sind vor allem Pro-Gamer vom stark skalierbaren Multiplayermodus begeistert. Hier zeigt sich auch, dass „StarCraft 2“ bewusst als eSports-Titel entwickelt wurde, bei dem sich Pro-Gamer in sieben verschiedenen Liegen und fünf unterschiedlichen Regionen messen können.

In der Basisinstallation des Clients werden mindestens 12 GB Speicherplatz benötigt, dafür überzeugt die Grafikleistung vom ersten Moment an. Für Abwechslung im Singleplayer-Modus sorgen 29 Hauptmissionen, die durch zahlreiche Nebenmissionen ergänzt werden. Positiv ist, dass die Missionsabfolge selbst nicht streng hierarchisch vorgegeben ist, sondern bis zu einem Gewissen Grad vom Spieler selbst festgelegt werden kann. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist das Raumschiff von Raynors, hier kann sich jeder wichtige Upgrades für Einheiten und Gebäude sichern. Besonders Augenmerk sollte allerdings dem persönlichen Balancing zwischen Ressourcenproduktion und Technologieentwicklung gewidmet werden, um unnötige und nervenaufreibende Zeitverzögerungen bei der persönlichen Entwicklung zu vermeiden.

Die Storyline als treibende Kraft: Auch für Anfänger

Wie bereits erwähnt, überzeugte mich bei StarCraft 2 vor allem die Storyline vom ersten Moment an. Und es ist keine Schande zu gestehen, dass ich diese nur im Schwirigkeitsgrad Anfänger durchgespielt habe.



Diesbezüglich sollte sich jeder Gamer die Zeit nehmen, alle Zwischendialoge zu Beginn der einzelnen Missionen ausgiebig zu genießen, es hat ein wenig von den WingCommander Briefings aus den vergangenen Tagen. Der erste Teil der Story-Trilogie behandelt in erster Linie die Geschichte der Terraner und steigt dafür viele Jahre nach dem legendären Starcraft-Addon Brood War ein. Im Mittelpunkt steht Jim Raynor, der sich als leicht depressiv anmutender Widerstandskämpfer gegen den Regime der Terraner auflehnt und den viele alte Hasen noch aus den Romanen und dem Starcraft 1 kennen. Auch wenn die Story einige Erwartungen schuldig bleibt – hier sammelt Blizzard wohl noch Spannungsmomente für die beiden kommenden Teile der Trilogie – kann man sich der Faszination kaum entziehen. Etwas langatmig sind lediglich die ersten Missionen, in denen die Rahmenstory nach und nach aufbereitet wird. Fans der Bücherserie „Herr der Ringe“ werden mit diesem langsam Aufbau eher vertraut sein, spätestens ab Mission acht des Singleplayermodus wird aber jeder unweigerlich Teil der Story.

Fazit: (M)eine absolute Kaufempfehlung!

8.3Bewertung
  • + gute Storyline
  • + perfekte Balance der Rassen
  • + auch für Strategie-Anfänger
  • – Kein LAN Modus mehr

„StarCraft 2: Wings of Liberty“ macht schnell Lust auf mehr und bereitet perfekt die Vorfreude auf die kommenden Teile „Heart of Swarm“ und „Legacy of the Void“ vor. Der erste Teil ist auf jeden Fall perfekt inszeniert und es überrascht nicht, dass der Titel innerhalb von nur zehn Tagen über eine Million mal verkauft wurde. „Wings of Liberty“ fordert sowohl im Single- als auch im Multiplayermodus und sorgt so für sehr viel Spielspaß. Einen Punkt auf der Wunschliste sollte Blizzard aber erfüllen – nämlich die fehlende Spielbarkeit über LAN. Das ist aber schon der einzige Punkt, den man gegenüber dem Urvater aller eSports-Titel vermissen könnte.

Vielleicht sehen wir uns im Battlenet :-) Für ein chilliges (kein Stress!) Spiel gegen die KIs oder mit anderen Spielern vielleicht aus Ostfriesland fände ich cool.

Gogogo,
Jürgen