Nakieken, das Familienmagazin

Schlauer durch Strategiespiele ?

Sieg

Ich muss zugeben, dass ich eine Tendenz dazu habe, nach Computerspielen ein bisschen süchtig zu werden – vor allem bei Strategiespielen. Aber bei keinem Spiel war das bisher so sehr der Fall, wie bei der Starcraft Saga. Ich habe auf YouTube oft schon gesehen, dass das Spiel und Südkorea nicht einfach nur als Spiel gilt, sondern als kulturelles Phänomen bezeichnet wird. Das wundert mich … nicht. Wer einmal mit diesem Spiel angefangen hat, wird Probleme damit haben, aufzuhören. Rund sieben Jahre hat es gedauert, Starcraft 2 zu entwickeln und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach auch sehen lassen.

StarCraft bietet ab der ersten Minuten großes Kino

Man wird als Spieler gleich in den Bann des Spiels gezogen und durch Forschungsmöglichkeiten und mögliche Upgrades motiviert. Auch kommen immer wieder Zwischensequenzen, durch die der Spieler sich regelrecht ins Spiel gezogen fühlt. Im Gegensatz zum 1. Teil gibt es hier keine der eher langweiligen Textanweisungen, man kann sich viel besser mit den Charakteren identifizieren, weil man ihre Sorgen und Probleme kennenlernt. Sie wachsen einem regelrecht ans Herz!

Gut gefallen auch die Einsatzbesprechungen. Man kann sich außerdem durch das Arsenal, das Labor und die Messe klicken und sich darüber freuen, wie die Spielprotagonisten diese Aktionen kommentieren. Das Ganze gewinnt dadurch also deutlich am Leben. Das „Kampagnenmenü“ ist ein Raumschiff, durch dessen Räume man sich klicken kann und das eine ganze Menge Extra-Unterhaltung bietet. Man kann zum Beispiel im Arsenal seine Einheiten verbessern, in der Schiffsmesse die sehr lustigen Nachrichten gucken oder im Forschungslabor im Notizbuch eines Wissenschaftlers über Genproben lesen. Man kann auch einfach mit dem Spielautomaten spielen oder sich mit einem der Charaktere unterhalten.

Und was lernen wir?

Auf der Brücke wählt man schließlich seine Missionen über die Sternenkarte aus. Bei den Missionen ist mir sehr positiv aufgefallen, dass es bei jeder neuen Mission etwas zu entdecken gibt, z.B. neue Einheiten, Upgrades und Gebäude. Man bekommt dazu immer erklärende Videosequenzen, so dass man sich die Neuheiten und ihre Bedeutung besser vorstellen kann. Da haben die Entwickler wirklich mitgedacht!

Heutige Lektion: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Man braucht, obwohl oft anderes behauptet wird, keinen Internetzugang, um die Einzelspielerkampagne zu spielen. Es gibt 29 Missionen, die ich alle durchgespielt habe. Von daher kann ich sagen, dass die Story dieses Spiels wirklich super gemacht ist. Es wird einfach nicht langweilig. Zu der guten Aufmachung gehört, dass die meisten der 29 Missionen nicht einfach aufeinander folgen, sondern so, wie man es sich im echten Leben vorstellen würde, der Spieler wählen kann, welche Mission er als nächstes angehen will. Für die Aufträge bekommt man Credits, neue Einheiten und Forschungspunkte als Bonus, mit denen man seine Armee aufrüsten kann. Man kann keine ganzen Feldzüge planen und es gibt im ganzen Spiel nur drei Stellen, an denen man als Spieler zwischen zwei wichtigen Aufträgen wählen muss, das hat aber keinen Einfluss auf die Haupthandlung. Trotzdem hat man durch diese Wahlmöglichkeiten weniger das Gefühl, dass der Spielverlauf einfach linear ist.

Wer das Add-On „Heart of the Swarm“ spielen will, sollte vielleicht erst einmal das Hauptspiel von Starcraft2 spielen (Wings Of Liberty), weil es die Vorgeschichte und Rahmenhandlung bildet. Das heißt dass „Heart of the Swarm“ da anfängt, wo Wings of Liberty aufgehört hat hat. „Heart of the Swarm“ fängt mit einer tollen Videosequenz an, die einen sofort in Spiellaune bringt. Als Spieler kontrolliert man in „Heart of the Swarm“ Kerrigan und ihren Zerg-Schwarm. Die Arbeit fängt damit an, dass man seine Basis ausbaut und neue Zergs erschafft. Dann muss man natürlich die Basis auch verteidigen und gegen angreifende Truppen des Gegners kämpfen. Fast jede Mission bietet die Möglichkeit, neue Einheit auszuwählen, die für bestimmte Situationen besonders geeignet sind. Kleine Zerginge zum Beispiel bringen nicht viele Trefferpunkte, aber sie können schnell erschaffen werden und kosten wenig Ressourcen. Teurer ist ein Hydralisk, der dafür mehr Leben zur Verfügung hat und auch aus der Ferne angreifen kann. Deshalb muss man bei der Erschaffung seiner Zerg-Armee taktisch denken können, sonst kommt man im Spiel nicht weit.

Spielen macht schlauer – das haben Wissenschaftler nun festgestellt

Übrigens haben Wissenschaftler festgestellt, dass es die Leistung des Gehirns verbessert, wenn man regelmäßig Starcraft spielt :-D
Das Spiel verlangt nach einer komplexen Kombination aus strategischen Plänen und schnelle geistigen und körperlichen Reaktionen. Die Wissenschaftler haben bei einem Test herausgefunden, dass Spieler ihre kognitiven Fähigkeiten verbessern, und zwar deutlich. Das ist natürlich die perfekte Entschuldigung für lange Zockerstunden und wer es nicht glaubt, kann das in der Publikation „Real-Time Strategy Game Training: Emergence of a Cognitive Flexibility Trait“ nachlesen!

Und wer wie ich auch im Spiel verlieren ‚kann‘, denn das müssen auch noch viele lernen *lach*, hat trotzdem viel Spaß am Spiel :-)
Euer Jürgen