Ich rette die Welt … gelegentlich, ein bisschen, versuche es zumindest am Samstag um 6:00 früh vorm Brötchenholen

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An einem Tag wie heute war es wieder soweit: 6:30 Augen auf und die Umgebung belauschen. Es ist Samstag und alle anderen Familienmitglieder schlafen noch fest. Fix und leise ins Bad schleichen und geräuschlos anziehen. Wie ein Nunja schwinge ich mich ohne Geräusche zu verursachen durch das Treppenhaus hinunter durch die Küche ins dahinter liegende Wohnzimmer. Schnell die One einschalten und eilig zurück in die Küche, damit der schwarze Kasten schon mal hochfahren kann – jede Sekunde Spaß zählt. Ehe ich den Kaffeeautomat boote und der sich wieder mit lautem Krach sauber gemacht hat, schließe ich vorsichtig alle Türen im Haus um die drohende Geräuschkulisse zu minimieren bis ich … die Kaffeemaschine einschalte.
Jetzt bin ich bereit, um cool mit einem noch dampfenden schwarzen Kaffee in der Hand aus dem Hauptquartier auf die Straßen New Yorks trete. Ich habe es geschafft, stolz schaue ich mich im Spiel um und genieße die tolle Grafik im schein einer (viruell) aufgehenden Sonne.
Ich laufe los, es gilt zwei Straßen weiter ein paar Geiseln zu befreien. Ich fühle mich gut, wechsle im Lauf schon die Waffe und gehe im Kopf nochmal die Ausrüstung und Skills durch als … „Du bist ja schon wach!“, meine Frau durch die Tür tritt und mir ein Schreck bis ins Rückenmark saust – ganz als hätte ich echt was ausgefressen!

„Also gut, geh ich Brötchen holen, da kann ich beim Bäcker im HAWO auf der Theke zumindest die Schlagzeilen der ausgelegten Tagespresse lesen.“, denke ich. So entschleunigt man seinen Informationsoverkill, hab ich mal gehört. Die News vom Tag davor kann mich zumindest nicht mehr Schocken, wie das tägliche Bombardement schlechter Nachrichten durch Radio, Twitter und Co. Ideal also, um beim Bäcker an der Theke, statt an der Xbox den Samstag zu starten. Um diese Uhrzeit ist da bedeutend weniger los aus auf den Servern – aber hey, das ist halt nur ein kleiner Trost. Ich hoffe eben auf eine neue Situation, in der ich mich wieder davon stehlen kann. Kennst Du das? Wie machst Du das? Oder muss ich mir hier für mein ergrautes ‚Gamerdasein‘ neue Strategien ausdenken? Mich würde es interessieren, wie andere ergraute Gamer damit umgehen …

Hoffnung auf ein Spiel Wochentags

Ich rette die Welt also … oder besser, ich versuche gelegentlich nach meinem verdienten Feierabend New York und den Rest der Welt vor einer dem Ende der zivilen Welt zu schützen. Zumindest das, was noch davon übrig ist! Natürlich nur virtuell in dem beliebten Spiel ‚The Division‘. Da ich aber gerade mal Level 7 erreicht habe (ja, ich habe noch ein anderes Leben!), stecke ich in der Materie nicht so tief drin, wie die Profispieler, die sich überall über Cheater und Hacker beschweren. Ich war auch nur ein paar Mal in der Dark Zone, die ich alleine betrete und wie immer in einem Leichensack verlasse. Trotzdem – ich möchte trotz schweißnasser Hände nicht aufgeben und bekomme mit dem Spiel wirklich gut den Kopf frei. Eigentlich ist es auch ein bisschen wie ¨Die Sims¨: Bei „Die Sims“ schrubbte ich auch das Haus immer blitzblank, kam zu nichts mehr sonst, weil es den Lebewesen im Spiel ja gut gehen musste und meine (echte) Wohnung war noch immer nicht geputzt. Das war das schnelle und schmerzlose Ende mit diesem Spiel, nachdem ich erkannte, wie sehr ich meine eigene Realität vernachlässige um mich in einer virtuellen Spielewelt abzurackern (bis jemand den Stecker zieht). Bei „The Division“ ist das ein wenig ähnlich, die Welt vor der echten Tür wird leider nicht besser, egal was für Heldentaten man in dem Game vollbringt. Schade eigentlich :)

Ich vermisse bei heutigen Spielen auch Wohltätigkeitselemente wie beispielsweise beim Leergutautomat, wo ich den Betrag einem guten Zweck zukommen lassen kann – hier vielleicht den Netzwerk-Entwicklern von Bungie, denn Destiny bleibt mir mit meiner WLAN Verbindung auf der Xbox leider versagt.

The Division vs. Destiny, ein Krieg von Bugs

Trotzdem, ich liebe es durch New York zu streifen, den Rechtschaffenen zu spielen und die Punks und bösen NPCs auszuknipsen. Doch eigentlich wollte ich mir Division noch nicht zulegen – es war sogar ein Frustkauf! Das erste Spiel, was ich mir nach dem Erwerb der Xbox One bestellt hatte war „Destiny“, das ich auf der Xbox 360 wirklich sehr gern gespielt habe. Auf der Xbox One läuft es so instabil, dass ich das Ding am liebsten so an Bungee zurück schicken würde. Helfen würde das aber auch nicht. Der Twitterkanal @BungieHelp läuft über vor Gamern, die ihren Unmut zum Spiel ausdrücken. Heute erst habe ich es wieder versucht und war hoffnungsvoll, als ein paar MB großes Update geladen wurde. Aber schon nach 15 Minuten (sonst immer nach 15 Sekunden – Rekord!) war es wieder vorbei und ich glotze voller Unmut auf dieses Bild, das ich gleich wieder an den Support getwittert hab – auch wenn es wieder nix bringt:

Vielleicht hilft eine Anti Falten Creme ?

Wer mir jetzt sagen möchte, ich sollte doch mal diese URL öffnen, die mir das Spiel als Fehlerhilfe auf den Flatscreen zaubert möchte ich sagen – ja, alles schon gemacht, jedem Tipp bin ich nachgegangen und habe auch meine FritzBox überarbeitet – nix, keine Veränderung! Es liegt nicht am Internetprovider – auf der 360 lief es über Stunden ohne Probleme! Grmpf! Bleibt mir nur Destiny im Regal zu bestaunen, einen Schrein aus einer alten Orangenkiste an die Wand zu hängen und für Bungie eine Kerze anzuzünden.
Spiele ich also „The Division“ zu unchristlicher Zeit, damit mich meine Tochter damit nicht erwischt :) Ich pack sie zwar nicht in Watte, doch wenn wieder eine Kugel den Lauf meines virtuellen Präzisionsgewehrs verläßt, um sofort danach das Hirn eines Bösewichts zu durchschlagen, wünsche ich mir keine „kleinen“ Zuschauer. Nein, das sollte noch eine Weile warten.

Schönes Wochenende,
Jürgen

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