Der Campingurlaub in Hvide Sande: Endlich sind wir angekommen!

Am Strand von Hviede SandeAm Strand von Hviede Sande

Wir haben schließlich Rømø verlassen und steuern als kurze Zwischenstation das historische Städtchen Ribe an, ehe wir den Campingplatz in Hvide Sande ansteuern. Mit dem Wohnwagen hinter dem PKW war es nicht so einfach in der Stadt einen Parkplatz zu bekommen, da dieses besondere Städtchen die Touristen sehr anzieht. Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks und war das gesamte Mittelalter hindurch bis in die frühe Neuzeit der wichtigste dänische Hafen an der Nordsee. Heute hat die Stadt leider die einstige Bedeutung verloren, bietet aber dank vieler erhaltener Bauwerke aus ihrer Glanzzeit immer noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Selbst wer es an den Museen vorbei schafft, wird spätestens in der Altstadt nach einigen schönen Parkanlagen dem Zauber der unzähligen kleinen Geschäften verfallen.


Wir parkten am Museum for vikingetid og middelalder (nicht zu verwechseln mit dem Ribe VikingeCenter vor der Stadt), einem empfehlenswerten Museum in der Stadt, das neben beachtlichen Exponaten die Geschichte der Stadt und Dänemarks eindrucksvoll in christlicher Wikinger-Geschichte, Kunst und Kultur vermittelt. Zudem ist für Kinder im Keller ein Kindermuseum eingerichtet, wo man sich verkleiden und spielen kann :) Wer hier vorbei kommt sollte sich das Städtchen Ribe nicht entgehen lassen.

Am Eingang zum Ribe VikingeCenter wird der Besucher von den drei Nornen in Empfang genommen, die lt. der Geschichte (oder sollte ich ‚Sage‘ schreiben?) an der Quelle unter dem Weltenbaum gelebt haben. Die Nornen entscheiden über das Schicksal der Götter und jedes einzelnen Mitglieds des Menschengeschlechts. Ihre Namen, die „Gewordene“, die „Werdende“ und die „werden Sollende“, bezeichnet die drei Zeitstadien Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. An dem Faden, den sie spinnen, kann man den zukünftigen Verlauf seines Lebens ablesen – je weniger Knoten, desto leichter das Leben.

Die Nornen

Die Nornen (altnordisch Nornir) sind in der nordischen Mythologie schicksalsbestimmende weibliche Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elfen abstammen sollen (lt. Wikipedia)

„Von da kommen Jungfern, sie wissen so manches, die drei vom See, unterm Baume dort. Urd hieß die Eine, die andere Werdandi – sie schnitzen die Hölzchen – Skuld ward die Dritte genannt,
Lose legten sie, das Leben koren sie den Menschenkindern, verkündeten Schicksal. (Edda, Völuspa 20)

Leider war das Museum noch nicht geöffnet, so zogen wir leider mit einem Eindruck des Verlustes weiter – aber hier noch zwei Stunden stehen, ehe geöffnet wird, wollten wir auch nicht. Der Campingplatz ruft!

Es geht weiter an die Nordseeküste Dänemarks

Der Wind nahm stetig zu. Da wir mit dem Wohnwagen reisten, machte ich mir etwas Sorgen, ob der Sturm zunehmen könnte. Bald sollten wir den Küstenstreifen an der See erreichen, der nach Hvide Sande hinauf am Fjord entlang führt. Jede Windböe die den Wohnwagen traf, übertrug sich ans Steuer. Schon hier ging mir der Aufbau des Vorzeltes durch den Kopf, als plötzlich der erste starke Regenguss fast waagrecht über die Dünen peitschte. Es kommt doch immer anders, dachte ich mir.

Spiralhaken statt Heringe sind sehr zu empfehlen! Das Nordsø Camping & Badeland wird von großen Dünenlandschaften geschützt. Der Campingplatz liegt auf einem schmalen Landstreifen zwischen den Fjord und der Nordsee etwas südlich von Hvide Sande, unserem endlich erreichten Ziel für den Rest des Sommers. Ein paar Bilder, die euch zeigen sollen, was für ein herrlicher Platz das hier war:

Ein Paradies für Strandliebhaber und Surfer

Die Platzkarte

Suchen wir uns einen schönen Platz

Wir wurden sehr freundlich bei der Rezeption im zugehörigen und gut sortierten Supermarkt empfangen. Den Platz durften wir uns selbst aussuchen – so konnten wir das Vorzelt ein Wenig aus dem Sturm planen. Es wurde uns beim CheckIn eine Karte vom Campingplatz in die Hand gedrückt (siehe Bild), womit wir losziehen konnten um uns einen Platz selbst auszusuchen.

Wir untersuchten den Campingplatz nach einem etwas mehr „geschützten“ Stellplatz, um unseren Wohnwagen in Position zu bringen. Also markierten wir ein paar Flächen, die in Frage kommen würden und fragten nochmal bei der Rezeption, ob diese für den ganzen Zeitraum frei und noch nicht reserviert waren. Perfekt! Einfach einfach, wie auf dem Platz funktioniert.

Ein Tipp für jedem Camper, der Nordsee Camping in der Sturmzeit besucht: Es gibt drei Plätze im ‚Windschatten‘ der Holzhäuser – hier geht es mit dem Wind weniger rau zu, trotzdem sollte jeder auf die üblichen Heringe verzichten und sich mit Schraubheringen ausrüsten. Trotz der Vorkehrungen rissen in der dritten Nacht bereits 4 Laschen am Vorzelt ab, so sehr wurden wir in den ersten Tagen von der Natur geprügelt. Schlafen war nur mit Unterbrechungen möglich. Mehrfaches Nachspannen sorgte dafür, dass unser Vorzelt standhaft blieb – doch wir sahen stündlich andere Gäste aufgeben und abreisen. Viele hatten vom Standort einfach weniger Glück, als wir.

Der Campingplatz Nordsee Camping bietet jeden erdenklichen Luxus. Neben dem großen Hallenschwimmbad mit Sauna und Wasserrutschbahn, dem Supermarkt, dem Waschraum und den Trocknern, gibt es sogar einen Kinderclub. Die Kids erleben hier von Lagerfeuerromantik in den Dünen bis zur Poolparty im Schwimmbad durchweg ein nettes Programm, das wir von Campingplätzen bisher nicht in dieser Güte gewohnt waren.


Die Dünen und das Meer sind jedoch die Hauptattraktion: Noch nie erlebten wir eine so saubere Nordsee und solch hohe Sanddünen. Einen kleinen wackeligen Film hab ich mit dem Handy noch einfangen können:

Egal zu welcher Tageszeit, hier kann man nicht nur baden, sondern auch Muscheln und Steine (vor allem Bernstein) sammeln oder im romantischen Sonnenuntergang herrlich am einsamen Strand spazieren gehen. Hin und wieder nutzten wir die Chance mit unserer Tochter am Strand Müll zu sammeln.

Müll sammeln am Meer

Müll sammeln am Meer

Für die Kinder war es interessant, die Herkunftsländer zu erfahren, von wo Flaschen oder Verpackungen stammten und wie weit der Müll vielleicht durch das Meer getragen wurde. Überall sind Container, für „Save the planet: Think globally, act locally“ – ein toller Spaß!

Es geht nicht anders, wir sprangen später dann auch ins Meer. Die großen Wellen lockten zu sehr, als dass man auf den Spaß hätte verzichten konnte. Hier entdeckten wir auch eine uns unbekannte Lebensform! Unsere Tochter und ihr Freund sprachen von einem Alien (hier der Link zu einer kleinen Aufnahme). Auch andere Gäste kannten diesen kleinen Kerl nicht, der uns wie eine Mischung aus Krebs und Pflanze schien!

Eine andere angenehme Überraschung auf dem Campingplatz Nordsø Camping Hvide Sande offenbarte sich nach dem ersten Besuch am Meer: Gerade als ich erstmals unter die Dusche wollte. Die Duschkabinen im Waschhaus sind kostenlos – wie auch der Strom auf dem Platz, doch das ist längst nicht alles: Es gibt mehrere große Familienduschen, die jedem Gast von ‚Nordsø Camping & Badeland‘ offen stehen, wenn die Räume nicht vermietet wurden. Diese Duschräume bieten jeden Komfort, wie in einem attraktiven Badezimmer in den heimischen Gefilden.

Ein paar Argumente, die mir als wirklich wichtig in Erinnerung blieben:

  • keine Schnaken oder Mücken
  • kein Sandplatz, sondern Rasen
  • Kinderprogramm und Animation inklusive
  • die Stromkosten sind inklusive
  • Schwimmbad mit Sauna ebenfalls inklusive (unbezahlbar bei schlechtem Wetter!)

Wir trafen auf dem Platz viele nette Menschen und finden gerade für Familien mit Kindern ist der Platz ideal! Die Kinder kann man wirklich laufen lassen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Das kleine Restaurant mit dem Billiardtisch, die tollen Küchen für alle in den zwei Häusern auf dem Platz … es ist einfach alles da was man braucht.
Den letzten Abend verbrachten wir mit neu gewonnenen Freunden am Lagerfeuer, das man in Dänemark tatsächlich am Strand entfachen darf. Wir werden euch und die schöne Zeit in Hvide Sande nicht vergessen.

Abwechselnd einen Tag auf dem Platz oder am Meer und den folgenden Tag wieder ein oder mehrere Ziele aussuchen um Land, Leute und Kultur in Dänemark näher kennen zu lernen. Das war hier unser Rhythmus. Und darum haben wir im nächsten Blog noch einige Ausflugsziele notiert, die wir Dänemarkurlaubern nicht vorenthalten möchten :)

Bis bald,
euer Jürgen

Hier schrieb Sie ein letztes „Dänemark“ in den Sand, als wir dem Strand auf WIedersehen sagten und die ‚Zelte abbrachen‘.

Wer Interesse am Campingplatz hat, der kann sich die Internetseite Nordsø Camping & Badeland hier selbst mal ansehen.

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