Autobahn AP7 nach Spanien

Mit dem Auto nach Spanien fahren

„Alle Wege führen nach Spanien.“, hoffe ich und drehe den Zündschlüssel um. Nachdem wir das Disneyland Paris am Nachmittag verlassen, träumen wir schon von der guten spanische Küche, den Sandstränden und natürlich von der geliebten Sonne des Südens. Anstatt des Fluges, hatten wir uns dazu entschieden mit dem Auto nach Spanien zu fahren. Da wir zuerst zwei Tage in Disneyland genießen wollten, ehe wir die lange Fahrt in den Süden auf uns nehmen wollten, war es wohl der beste Weg die Reise so zu kombinieren um von Paris weiter nach Süden zu fahren.

Autobahnschild der A9 E15 Nimes Montpellier Toulouse und Barcelona
Wieder auf dem Weg in Richtung Spanien
So eine Fahrt mit dem Auto nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Je nach dem wo man startet, läuft der Weg nach Spanien zwangsläufig durch Frankreich. Welches die beste Route ist hängt somit von Start und Ziel ab. Wir starteten ja im Norden, doch hatten wir für unsere Reise schon im Vorfeld einige Zwischenstationen eingeplant. Zuerst der Zwischenstopp in Paris. Unser Ziel ist jedoch ein Ort südlich von Alicante, der bekannten spanischen Hafenstadt mit etwas über 300 000 Einwohnern.

Von Paris zum nächsten Zwischenstopp: Eine historische Jugendherberge

In Frankreich geht es direkt am Abend nach dem zweiten Tag im Disneyland los in Richtung Süden. Nur etwa 100km später erreichten wir unser Nachtlager in unserer Jugendherberge in Cepoy, das in einem kleinen Dorf in der Nähe von Fontainebleau liegt. Etwas ungläubig bestaunten wir das Anwesen, denn das Hostel befindet sich in einem Schloss aus dem 17. Jahrhundert mit eigenem Park! Die Herberge bietet übrigens Platz für 115 Gäste, hat einen Grillplatz, Fahrradverleih, Waschsalon, Küche und bietet auch Mahlzeiten an (vorher buchen!). Wer der französischen Sprache nicht mächtig ist … hat ein Problem. Mit Englisch kam ich nicht weiter, Gott sei dank sprach meine Frau französisch. Ein Translator hat man ja heute dank dem Smartphone immer dabei, doch geht dieser nur mit Internetverbindung, wenn man sich die Wörterbücher VOR der Reise nicht runtergeladen hat. In der Herberge gibt es aber WLAN :)


Hier verbrachten wir in einer malerischen Umgebung die Nacht – im Chateau des Seigneurs du Canal direkt an der Saine. Man konnte den Süden schon schnuppern. Die Grillen waren auch schon da, als wir uns mit etwas Käse und ein paar Dosen Bier in den Schlossgarten setzten um den Sonnenuntergang zu genießen. Auch wenn die Ausstattung der Zimmer sehr einfach ist, das Personal ist wirklich liebenswert – es war endlich das Frankreich, das man in Paris vergeblich gesucht hatte.

Nächste Station wird Nimes in Südfrankreich: Ein empfohlenes Hostel auf der Route nach Spanien

Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück auf – weiter geht es in Richtung Lyon und an die Küste Montpellier. Nach einer langen Fahrt erreichten wir Nimes in Südfrankreich. Hier planten wir mit der ‚Hostelling International App‘ eine weiter Übernachtung ein. Diese bemerkenswert neue Jugenherberge Nimes liegt 2 km nördlich des Stadtzentrums. Die Relikte aus der Römerzeit und der prächtige Jardin de la Fontaine sind von hier aus leicht zu erreichen. Die Herberge bietet Platz für 80 Gäste, Internetzugang / WLAN, eine Küche (und Bar), Mahlzeiten und Möglichkeit zum Wäschewaschen. Hier nahmen wir einen Reihenbungalow … herrlich! Ich habe nie eine Herberge wie diese erlebt – sehr zu empfehlen! Die Jugendherberge liegt direkt am Wanderweg GR 700 Régordane. Wir hatten einen netten Abend im grünen Innenhof des Hostels und brachen wieder zeitig nach dem Frühstück auf. Weit sollten wir erstmal nicht kommen: Es folgte schon am Stadtrand der Unfall den ich in einem französischen Kreisverkehr verursachte (der jedoch ohne Personenschaden ausging). Ich war auf die Innenspur im Kreisverkehr gegangen, da ich die zweite Ausfahrt aus dem Kreis nehmen wollte und fuhr unseren BMW in die Hinterachse eines Kipplasters, der den Bogen aus dem Kreisverkehr etwas ausdehnte.


Etwas später machten wir uns mit einem demolierten Wagen auf den Weg in Richtung Autobahn – „… nur Richtung Spanien!“, dachte ich bei mir.

Wir überqueren endlich die Grenze nach Spanien

Spanische Grenze
Wir passieren die Grenze nach Spanien
Wenn man Frankreich hinter sich gelassen hat, ist das Ziel nicht mehr weit. Die Küstenautobahn A9 / E15 ist der direkte Weg in den Süden und bietet einen schönen Ausblick auf das Meer und die hohen Berge. Vor der Grenze erfuhren wir von einem Niederländer im McDonalds von den verheerenden Waldbränden im nördlichen Grenzgebietes. Er hatte seinen Wohnwagen zurücklassen müssen und nur Familie und Auto retten können. Wir wollten uns vorsehen und waren nicht darauf vorbereitet welch Bild der Verwüstung uns erwarten sollte. Fast eine Stunde Autobahnfahrt nur verbrannte Erde, verbrannte Häuser und ausgebrannte Autos … wir dachten an die Tragödien der Bewohner und konnten uns die Tränen nur mit Mühe verkneifen. Was ist ein verbeulter Kotflügel gegen Menschen, die alles zurücklassen mussten nur um das nackte Leben zu retten. Ich kann das Leid nicht beschreiben …
Verbrannte Wälder in Spanien
Viele Berge mit verbrannten Wäldern im nördlichen Spanien

Unsere Fahrt bringt uns an der Hauptstadt Barcelona vorbei. Barcelona, das für jede Jahreszeit und jeden Geschmack die passende Veranstaltungen bietet. Zum Beispiel im Frühling der bekannte Karneval. Dieses Fest beginnt mit der Ankunft des Königs Carnestoltes. Der Höhepunkt ist die „Gran Rua“. Das ist der große Umzug, an dem hunderte verkleideter Menschen teilnehmen. Jeder Stadtteil feiert Karneval auf seine eigene Art. Dann ist da noch das Fest Major de Gracia im August, welches auch ein Grund für eine Reise wäre. Die Einwohner kämpfen bei diesem Fest um den Sieg der schönsten Straße in der Stadt Barcelona. Nebenbei gibt es noch Freilichtkonzerte und viele Stände mit Leckereien. Dieses Fest soll sehr sehenswert sein, ich habe aber selbst nur darüber gelesen. Wenn man aber lieber den Herbst bevorzugt, dann gibt es für Musikfreunde das Jazz-Festival und im Winter hat auch Barcelona auch Weihnachtsmärkte!
Zu gerne wären wir mal runtergefahren … aber wir wollten nur noch unser Ziel erreichen ohne eine weitere Nacht irgendwo zu verbringen.

Die Fahrt verläuft ohne weitere Probleme – Mautstrecken sind schon toll, hier kommt man wirklich gut vorwärts.
Am Abend haben wir total übermüdet das Ziel erreicht. Fix und fertig wollen wir nur noch schnell ins Bett und schlafen.

Zu der Region Alicante

Etwas zum Reiseziel: Alicante ist eine bedeutende Hafenstadt an der Costa Blanca in der Region Valencia. Die Stadt hat über 300.000 Einwohner. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind wie immer natürlich vorrangig der Tourismus und Weinproduktion. Aber auch der Oliven- und Obstanbau spielen eine wichtige Rolle. In der Nähe von Alicante gibt es einen internationalen Flughafen, den wir sonst immer anfliegen. Von Alicante aus fahren übrigens auch regelmäßig Fähren zu den Balearen!

Zu Beginn des 20. Jh. war Alicante katalanischsprachig. Während der Diktatur unter Franco war Katalanisch jedoch verboten. Heute gibt es zwei Amtssprachen: Spanisch und Katalanisch.

Die Strandpromenade von Alicante ist berühmt unter dem Namen Paseo de la Explanada und zählt zu den schönsten Promenaden Spaniens. Alicante bietet eine große Anzahl an schönen Badestränden mit einem breitgefächerten Freizeitprogramm. Sehenswert ist die Burg Santa Bárbara, die sich oberhalb der Stadt auf einem Berg befindet.

Uns zieht es jedoch immer etwas weiter südlich, so ist man von der Metropole etwas mehr distanziert.

Warum wir Mautstrecken fahren hat mehrere Gründe

In Frankreich sowie in Spanien stehen Mautgebühren auf der Tagesordnung. Jedoch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Die Bezahlung der Maut an jeder Mautstellen kann in Bar oder mit Kreditkarte getätigt werden kann. Die Nationalstraßen in Frankreich sind zwar eine Alternative zu den mautpflichtigen Autobahnen, können aber je nach Reisezeit recht voll sein. Auch in Spanien gibt es mautfreie Autobahnen, nämlich die Autovías. Wohin gehen die Autopista gebührenpflichtig sind.


Mir hat der Fahrstil der Südländer ein Unwohlsein bereitet, noch mehr seit unserem Unfall. In Frankreich und Spanien gelten ähnliche Verkehrsregeln wie bei uns in Deutschland: In Frankreich und Spanien darf auf den mautpflichtigen Autobahnen auf bis zu 130 km/Std beschleunigt werden. In geschlossenen Ortschaften sind 50 Stundenkilometer zulässig, auf Landstraßen allerdings nur 90, auf Schnellstraßen 100 und auf Autobahnen 120 km/h.

Für den Fall eines Unfalls oder einer Panne, gibt es die Gelben Engel übrigens auch im Ausland, warum wir auch beigetreten sind. In Frankreich kann man den ADAC unter +33 825 800 822 erreichen. Wohingegen der ADAC in Barcelona unter +34 93 5082 828 zu erreichen ist. Und keine Sorgen wegen Kommunikationsprobleme, beim ADAC sind deutsch- und englischsprachige Mitarbeiter, die weiterhelfen.

Noch ein letzter wichtiger Hinweis, der auch auf vielen lokalen Parkplätzen an der Autobahn auch auf Schildern angebracht ist:

Sicherheitswarnung
Sicherheitswarnung
Zu Ihrer Sicherheit:

  • Die Parkplätze werden nicht überwacht. Sorgen Sie dafür, dass keine Wertgegenstände, welche die Aufmerksamkeit möglicher Diebe hervorrufen könnten, im Innenraum des Autos sichtbar sind.
  • Ziehen Sie beim Verlassen des Fahrzeugs, einschließlich beim Tanken oder im Falle eines kleinen Zusammenstoßes, den Zündschlüssel ab, blockieren Sie das Lenkradschloss und schließen die Türen hab.
  • Sollten Sie Hinweise von unbekannten Personen bezüglich eines Problems am Ihrem Fahrzeug erhalten, ist es ratsam, den Weg soweit fortzusetzen, bis Sie an einen Ort kommen, an dem sich weitere Verkehrsteilnehmer aufhalten, um den Unbekannten nicht alleine ausgesetzt zu sein.
  • Sollten Sie beim Fahren den Eindruck haben, dass ein Reifen geplatzt ist oder das Auto einen Defekt hat, sein Sie wachsam und vertrauen Sie nicht blind Personen, die Ihnen ihre Hilfe anbieten.
  • Sollte es Ihnen möglich sein, notieren Sie sich in solchen Fällen das Kennzeichen, Marke, Farbe und Zustand des verdächtigen Fahrzeugs und rufen Sie die Polizei unter der Nummer 062 an.

Die Gefahr auf Mautstrecken ist bei Weitem nicht so groß wie auf den freien Rastplätzen, wo wir selbst schon Zeugen von Verbrechen wurden.

Swimmingpool
Endlich am Swimmingpool
Dann euch allen noch einen schönen Urlaub – ich beende dies nun mit einem Bild vom Dach des Ferienhauses in Cabo Roig, das wir in diesem Sommer gemietet haben. Ich würde die Fahrt jederzeit wieder machen, doch sollte man sich in Vorsicht üben, es ist nicht an einem Tag machbar! Die Strecke ist mit ca. 2400km zu weit, diese an einem Stück zu fahren. Aus dem Grund immer mindestens eine Übernachtung einplanen – wenn ihr mit Kindern reist, besser zwei Nächte. Und seht es mal so, auf dem Weg erlebt man wirklich eine Menge und dank der App der Internationalen Jugendherbergen findet man auch leicht eine Schlafstätte auf dem Weg nach Spanien.

Liebe Urlaubsgrüße,
euer Jürgen

[Gesamt:12    Durchschnitt: 3.8/5]

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