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Wir bauen ein Igelhaus: Die (Überlebens-) Geschichte vom kleinen Igel

Igel mit Katzenfutter

Mir kommt es vor als war es erst gestern, als dieser kleine Kerl vor unserer Tür saß. Ein Spiel ganz anderer Art begann letzten November, es war ziemlich kalt, da machte ich mich auf den Weg nach draußen in den Schuppen um Holz zu holen. Mein Blick blieb am Boden haften, als sich die Tür hinter mir schloss, da ich vermutete über einen Erdklumpen oder etwas anderes stolpern zu können. Doch was erst schien, als wäre es ein Erdklumpen oder dergleichen, sollte sich später als einen nur 340 g schweren Igeljungen aus dem letzten Sommer entpuppen. Dieser kleine Kerl kannte keine Angst, scheinbar auch nicht vor unseren Katzen, und sah als letzten Ausweg sich das Leben zu retten, indem er sich vor unsere Gartentür setzte und vielleicht auf Hilfe hoffte.

Als ich mich bückte um das kleine Bündel genauer zu untersuchen, lief dieser weder davon, noch kugelte der er sich zusammen – die Not war scheinbar groß und wir entschlossen uns, dem kleinen Kerl zu helfen. Aber wie macht man das? Nachdem oft verwendeten Prinzip „Google ist dein Freund “ machten wir uns gleich auf die Suche nach Informationen im Internet um zugleich bei der Igelstation zu lesen, dass ein Igeljunge unter 500g schlechte Karten hat den Winter lebend zu überstehen. Unsere Tochter war glücklich für jemanden in diesem Winter Verantwortung übernehmen zu können.

Doch wenn ich jetzt so zurückblicke, hätte ich es mir leichter vorgestellt, auf einen kleinen Igel Acht zu geben! Der Laie, der noch nie einen Igel über Winter aufgenommen hat, wird schon überrascht sein, dass es mehr Mühe macht als man denkt. Also besser vorher überlegen – selbst kümmern, oder eine Igelstation suchen. Aber für uns gab es kein zurück 340 Gramm waren für den kommenden Winter der unmittelbar bevorstand, definitiv zu wenig und hätten den kleinen Kerl noch im ersten Lebensjahr das selbige Leben gekostet. Schnell haben wir eine große Kiste gebaut, die aus zwei zusammengeschraubten Riesenschubladen bestand, wovon eine die Lagerstätte und die andere den Auslauf bieten sollte. Die Lagerstätte wurde noch isoliert und mit einer Klappe versehen, dass der kleine Kerl darin sich so richtig einigeln konnte. Die andere mit einem schwenkbearen Fahrradkorb und einem Gitter bedeckt – denn ich hätte es nicht für Möglich gehalten, welch gute Ausbrecher Igel sein können.

Wie füttert man einen Igel richtig (rund)?

Da es draußen schon frostige Temperaturen annahm, haben wir die große Kiste in unserer nicht beheizten Garage aufgebaut. Hier gab es keine Zugluft, es war ruhig und es war nicht zu warm aber doch geschützt. In den folgenden Wochen hat unser kleiner Igel gute 250 g zugelegt. Uns überraschte das er absolut keine scheu vor Menschen hatte und es fast nie richtig abwarten konnte wieder eine neue Dose Katzenfutter zu bekommen, die wir auf Anraten des Tierarztes nutzten, damit der kleine Igel schneller auf sein Gewicht kann.

Die offene Winterkiste unseres kleinen Igels

Tierarzt besuchten. Nach einer genauen Begutachtung, bekam der kleine Kerl noch eine Vitaminspritze wurde auf Parasiten untersucht und durfte dann wieder zurück ins Körbchen.

Gekauft oder besser selbst gebaut?

Fertige Igelhäuser kann man sogar kaufen, fand ich gestern im Baumarkt raus

Es kommt einfach auf die Situation der Begegnung an. Aber unser Kleiner zeigt immer noch keine Spur von Winterschlaf. Schließlich haben wir uns noch einmal Rat geholt und dann die Essensrationen von zweimal auf einmal am Tag gekürzt. Als kurz nach Weihnachten die Temperaturen rapide fielen, haben wir unseren Igel nicht mehr gesehen. Anfang Februar ist unser Freund einmal wieder aufgewacht und zu trinken, und hat sich dann prompt wieder eingewickelt. Auch seither wechseln wir täglich das Wasser haben das Futter auf trocken Futter umgestellt, da wir sonst täglich Dose um Dose Katzenfutter wegwerfen mussten. Wir sind gespannt wie es weitergeht und wie lange noch schlafen wird. Hier lässt in Zukunft noch etwas mehr über unseren Freund und sollte das Experiment gelingen, werden wir einen kleinen Ratgeber verfassen, für all jene, die sich für dieses Thema interessieren.

Bis zum nächsten Blog,
euer Jürgen