Lebensgefahr durch Argumented Reality Spiele

Handy am SteuerHandy am Steuer

Vielen ist zumindest klar geworden, dass man das Smartphone in Meetings, im Kino oder auch bei der Beerdigung leise stellt. Es ist zumindest bei letzterem Beispiel nichts peinlicher als ein Gerät, das einen mit höchsten Tönen an neue Mails, Facebook oder Instagram Likes erinnert. Diese Signale beeinträchtigen die Wahrnehmung im Moment und kann für andere Menschen sehr gefährlich sein. Und bei Augmented Reality Games schaltet das obige Szenario noch zwei Gänge höher, denn die Gefahr ist unsichtbar und lauert heute überall!

Heute buhlen jede Menge Apps um die Aufmerksamkeit, keine Ampelpause vergeht, ohne Blick auf den kleinen elektronischen Freund, den jeder bei sich trägt. Heute ganz aktuell, dient das Handy auch für Argumented Reality Spiele. Spiele, die unter GPS Ermittlung den Spieler an bestimmten Orten in Interaktion bringen – nur in der virtuellen Realität. Seit ich solche SPiele gespielt habe, sehe ich Menschen die ein Handy anstarren mit ganz anderen Augen. Es muss nicht Facebook oder WhatsApp sein, denn es gibt Programme, die viele noch nicht kennen.

In einer Zeit, da man oft kaum den eigenen Nachbarn kennt, wächst unsere Jugend mit in eine ganz andere Mediengesellschaft. So freut man sich, wenn man die Kinder wieder auf die Straße zu bekommen kann, statt dass diese am heimischen PC sitzen. Das ist wie mit vielen Themen – nicht ganz zu Ende gedacht. Mitten im Straßenverkehr spielen noch andere: Autofahrer!

Lebensgefährliche Apps im Mobileinsatz; Telefonieren ist „Old School“, Apps sind in

Das Radio trällert und ich hörte es fast gar nicht – so sehr musste ich mich auf Straße, Handy und Signaltöne konzentrieren. Ding – Ding – Ding … meckert auch noch das Auto und möchte dass ich meine Einkaufstasche auf dem Beifahrersitz anschnallen soll. ‚Ein Fluch der Sensortechnik. Selbst schuld‘, dachte ich mir, ‚Ich hätte die Tasche auch auf den Rücksitz packen können.‘
Die Musik im Radio nahm ich gar nicht mehr wahr – Spotify erlebt hin und wieder ein Funkloch und spielt die Musik, die via Internetstream ins Auto kommt, nicht ganz sauber ab. Es ärgerte mich, aber ich hörte es ja nicht konzentriert – ich war viel zu beschäftigt.

Und wenn nicht ein Funkloch für den Musikabbruch verantwortlich war, dann das Foto, das ich geTwittert hatte um noch ein paar Links auf mein Fotoblog zu generieren – hoffte ich zumindest. Dann retweetete jemand das Posting, das Signal dazu schallte laut durch die Stereoanlage im Auto, als endlich vor mir das virtuelle Portal im Spiel Ingress auftauchte. Ich wechselte die App, nahm die Kurve schon ganz automatisch und sah nun zwei Portale – ‚Es sind neue Updates im Spiel…‘, stelle mich darauf ein, die Strecke fuhr ich seit Jahren. ‚Hier gelingen jetzt auch zwei Hacks aus dem fahrenden Verkehrsfluss.‘, dachte ich, als ich einen weiteren ReTweet bekomme. ‚Klasse!‘, freute ich mich über den Erfolg des getweeteten Fotos des Morgens.

Der Tod fährt mit!

Wieder muss die Musik einem Signal aus Ingress Platz machen ‚Hacking possible!‘ schallte die reizende Stimme durch den Wagen. ‚Gut dass die Autoscheibe oben ist, draußen würde man mich für verrückt halten.‘, dachte ich bei mir.

Der kleine Junge am Straßenrand sah mich näher kommen. Er sah mich winken und lief über die Straße.

Gerade als ich meinen virtuellen Gewinn im Spiel auf dem Handydisplay erkannte, ärgert mich jetzt eine Fliege. Ich wedelte mit den Armen, muss mich doch beeilen, da direkt an der Grundschule das zweite Ziel im Spiel wartet und ich mich schon dessen Einflussbereich näherte.

Ich sah kurz auf und kann es kaum fassen. Die erschrockenen weit aufgerissenen Augen eines kleinen Jungen!

Gefahrenpunkt Grundschule

Gefahrenpunkte (gelb markiert) an der Grundschule Egels in Aurich. An einer Stelle ist sogar ein Fußgängerüberweg.
An der Grundschule in Walle sieht es genauso aus, das kann man hier leicht feststellen Ingress Karte

‚Hacking possible‘
…dann geht es ganz schnell

Etwa 40 Minuten später lehnt sich eine Frau in den Wageninnenraum und blickt sich suchend um. Dann kommt ein Mann mit einer Kamera hinzu, macht ein paar Fotos. Das Handy am Boden wird schließlich auch aufgehoben. Das Display verrät ich nicht, ob es zum Unfallzeitpunkt genutzt wurde. ‚Vielleicht hat er telefoniert.‘, denkt sie die Beamtin.

Dabei war es ganz anders… Aus diesem Grund glaube ich an eine ganz neue unbekannte Dunkelziffer bei Verkehrsunfällen.

Jeder möchte nun wissen, was nun aus dem Fahrer und dem kleinen Jungen wurde – das überlasse ich eurer Fantasie. Ich hätet auch nur schreiben müssen, 60 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg sind viel zu wenig!, aber das findet kein Gehör. Bitte teilt diesen Artikel, sorgt für Diskussion. Man muss nicht die Spieler stoppen, aber es gibt die Möglichkeit Spiele in der Nutzung einzuschränken, was diese Problematik global mit einem Update viel schneller lösen würde. Selbst für die, die weiterhin Spiele beim Autofahren spielen, es gibt es Blockiermöglichkeiten, diese zum Anhalten zu zwingen – dazu aber mehr etwas weiter unten.

„Die Zahl der Unfälle mit ungeklärter Unfallursache habe zwischen 2008 und 2013 um 56 Prozent zugenommen, vermutlich gebe es einen Zusammenhang zur steigenden Zahl von Smartphone-Nutzern, zitierten Zeitungen die Kölner Verkehrspolizei. Beim Lesen oder Schreiben ist die Ablenkung noch viel größer als beim Telefonieren.“ schreibt die TAZ.

Wer beim Tempo von 50 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden auf ein Display sieht, fährt in der Zeit knapp 30 Meter weit. Auf der Landstraße bei 100 Stundenkilometern sind es knapp 60 Meter ohne direkte Sicht auf die Straße.

Vorschläge:

Wenn sich das GPS schneller als ‚Fußgängergeschwindigkeit‘ bewegt, könnte man solche Spiele deaktivieren und nicht spielbar machen, da AR Games eh nur mit GPS funktionieren. Und mit diesem Punkt sollte man gleich noch über Möglichkeiten sprechen, Gefahrenpunkte (wie die Grundschule Egels im obrigen Beispiel) aus Spielen zu verbannen. Es wäre zumindest eine Lösung, wenn Spieler „anhalten“ müssen, um ein Argumented Reality Spiel zu nutzen – alles andere ist mit STVO Verboten nicht zu erreichen.

Gedanken:

Bald kommt Ingress für das iPhone, wieviele Millionen neue Spieler stoßen dann hinzu? Gibt sicher noch andere Spiele dieser Art? Spielen auch Busfahrer? Taxi- und Pizzafahrer? Vielleicht – dies sind alles „Unaufmerksamkeitszeitbomben“, die nicht zuletzt Dein oder das Leben Deiner Liebsten bedrohen können. Daher ist es wichtig, Sicherheit für die Zukunft zu schaffen und Handys aus der Hand der Fahrzeuglenker zu bannen!

Ich selbst finde Ingress als Spiel toll umgesetzt. Es hat sich bei Google sicher nur keiner gefragt, ob man es wirklich „so“ für den (Straßen)Verkehr freigeben sollte. Das muss geändert werden und ich werde mir das zumindest für meine Zeit als neues Ziel setzen und hoffe noch andere zu finden, die den Gedanken unterstützen. Daher nochmal meine Bitte – teilt diesen Artikel oder sorgt für Diskussionsstoff.

Portale in Gefahrenzonen melden

Es ist zwar keine globale Hilfe, aber kann euren Lieben zumindest lokal helfen. Meldet Portale an Gefahrenzonen bitte via diesen Formularen – jedoch nur wenn mehrere Nutzer Portale melden, wird etwas passieren:

General Niantic „Contact us“: https://support.google.com/ingress/#contact=1

Report an issue with a portal: https://support.google.com/ingress/#contact=1&ts=2848642

Bis bald,

Jürgen

[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

1 Kommentare

Einen Kommentar für andere hinterlassen?