Costa Magica bei Tag

Wir berichten von unserer Nordeuropa Kreuzfahrt auf der Costa Magica

Endlich Sommerferien und gleich wieder zehn Tage auf See unterwegs. Da wir schon eine kleine Kreuzfahrt von Amsterdam nach New Castle unternommen haben (und beide Städte sehr ins Herz geschlossen haben), wussten wir schon, dass es gut wäre das Parkplatzproblem in Amsterdam schon im Vorfeld zu lösen. So haben wir uns von Freunden an den Anleger der Costa Magica bringen lassen um entspannter an Bord zukommen und keine teuren Parktickets für 10 Tage Kreuzfahrt bezahlen zu müssen. Die Parkhäuser sind hier sehr teuer – vorher informieren lohnt sich.

Nach einem nahezu reibungslosen Checkin und der Aufgabe der Koffer, konnten wir uns an Bord begeben. Wir hatten zwei Kabinen mit Balkon nebeneinander gebucht, da neben unserer kleinen Familie auch Opa mit auf die Reise ging.

Die Kabinen waren sehr geräumig und es war uns zudem ein herrliches Wetter gegönnt, als wir uns an Deck begaben um das Ablegen vom höchsten Punkt aus zu beobachten. Die Erinnerungen an die AIDA Nordtour kamen hoch, deren Ablegen in Hamburg mit einem traumhaften Sonnenuntergang begleitet wurde. Das riesige Schiff der Costa Reederei, das größer als die Titanic sein soll, brauchte eine ganze Zeit bis wir Amsterdam hinter uns zurücklassen konnten. Der große Dampfer wirkte vielleicht auch deshalb so riesig, da wir von unzähligen kleinen Booten und Seglern bis fast zum Meer begleitet wurden.

So nutzten wir derweil die Chance auf ein Getränk und die Erforschung des Schiffes. Hier ist uns jedoch erstmals aufgefallen wie kompliziert es mit Softdrinks an Bord gehandhabt wird, da man diese in „Paketen“ vorher buchen sollte. Im Verlauf der ganzen Reise gab es hier und da mal Unstimmigkeiten wegen der Getränke, da das Personal uns die Getränke mehr als einmal falsch berechnete. Selbst noch nachdem wir alle „Konten“ für Getränke zusammengelegt hatten. Unsere Tochter liebte das Schiff von Anfang an und die Besatzung liebte unsere Tochter – so dass wir die Landgänge fast immer alleine unternehmen konnten. Der Kinderclub war einfach großartig! Die tolle Zeit an Bord verdanken wir dem herzlichen und kinderfreundlichen Personal.

Ein paar Bilder aus dem was Sie in dem Reisebericht erwartet:

Von Amsterdam geht es nach Hamburg

Der erste Hafen den wir dann anlaufen sollten war Hamburg. Ursprünglich wollten wir ja hier einsteigen, doch von hier waren keine Kabinen mit Balkon mehr zu haben. Da das Schiff die Tour immer im ‚Kreis‘ fährt, kann man in jedem Hafen Zu- bzw. Aussteigen. Für mich war unsere erste Kreuzfahrt auf der AIDA etwas ungemütlich. Das liegt Problem lag aber nicht bei Aida, sondern an der Luft der Klimaanlage in der Kabine. Die Klimaanlagen sind zwar fast überall regulierbar, dafür ist die Luft aber einfach immer trocken – man konnte die Klimaanlage nicht vollständig abstellen. Aus diesem Grund wollten wir es bei Costa mit einem Balkon versuchen. Das Gleiche kann ich nicht nur jedem empfehlen, der mit trockener Luft etwas zu kämpfen hat. Es war herrlich, wenn des Nachts die Wellen rauschen … den Aufpreis wert und bei Costa kann man es auch noch bezahlen. Bei vielen anderen Schiffen wäre es für uns zu teuer gewesen. Doch zurück nach Hamburg :)

In Hamburg hatten wir viel Zeit für uns. Die Bedingung war nur, dass alle Passagiere vor 2 Uhr in der Nacht wieder an Bord sein sollten, um Hamburg dann in Richtung Kopenhagen zu verlassen.

Hamburg unbeschwert bei Nacht erleben

Wir nutzen die Zeit um Abends mal schön durch Hamburg zu streifen, legten in ein paar Bars einen kleinen Halt ein, trafen ein paar nette Menschen und machten uns zusammen weiter auf den Weg durch Hamburg. Das Hamburg Dungeon in der Speicherstadt möchte ich genauso empfehlen, wie in der Nacht hoch auf den Hamburger Michel zu steigen – es war wirklich ein tolles Erlebnis, das man selten erleben kann.

Hier ein paar Aufnahmen von unserer Reise:

Auf See nach Kopenhagen bleibt mal etwas Zeit für Shopping und die Notfallrettungsübung, die auch erfahrene Seefahrer mitmachen müssen. Es ist wie beim Flug in den Urlaub, Pflichtprogramm, bei dem man aber selbst mitmachen muss. Aber nur einmal – die Übung findet alle paar Tage statt, da die Costa Magica auf der Nordeuropa Tour alle 10 Tage wieder am Einstiegshafen anlegt. Es ist es aber witzig und ein Erlebnis für große und kleine Kapitäne und ein Thema über das man beim Abendessen gerne spricht.
Der Tisch für das Abendessen wird fest vergeben. Das heißt man kann sich nicht aussuchen wo man sitzt, der Tisch wird fest zugewiesen und gilt für die ganze Reisezeit. Dazu kommt auch interessanterweise der Ober, der sich exklusiv nur um diesen Tisch kümmert.

Achtung: Die Bordsprache ist italienisch und vielleicht etwas englisch. Mit deutscher Sprache kommt man wirklich nicht weit, was dann schon mal zu Missverständnissen führen kann. Wer vorher eine AIDA Kreuzfahrt kennengelernt hat wird die Kommunikation bei Costa sicherlich bemängeln – wir hatten zwar keine Probleme, doch leider die Großeltern, die sich häufig missverstanden fühlten.

Á la Carte Restaurant: Hier sind die Gerichte sehr gut. Wegen der vielen Fischgerichte muss man sich nicht sorgen, für Kinder gibt es eine Extra-Karte mit Fritten, Chicken Nuggets und allen üblichen für Kids attraktive Gerichte. Für die Erwachsenen die kein Fisch mögen, sieht es da jedoch nicht ganz so gut aus, man muss eben öfter das gleiche Steak bestellen, was aber auch kein Beinbruch ist.

Nächster Stopp ist Kopenhagen in Dänemark

Heute war unsere Tochter beim Landgang mit dabei, obwohl wir große Strecken zu Fuß zurück legten um die Metropole zu entdecken. Eine interessante alte Stadt mit herrlicher Innenstadt. Es gibt einen Mix aus allen möglichen Kulturen der Zugereisten, viele ausgefallene Geschäfte und vielfältige Pubs. Die Stadt ist durch das Alter vielleicht etwas eng und erdrückend mit den Menschenmassen die sich durch die Shoppingzentren schieben, doch in Randbereichen wird die Geschichte der alten Handelsstadt fühlbar. Ein Besuch im Schloss Amalienborg, der Winterresidenz des dänischen Königshauses ist gleichzeitig auch ein beliebtes Ausflugsziel. Das im Rokoko-Stil erbaute Schloss besteht eigentlich aus vier unterschiedlichen Palästen, die sich rund um einen Innenhof gruppieren. Mit ein bisschen Glück kann man hier die täglich stattfindende Wachablösung verfolgen.

Neben den großen Sehenswürdigkeiten hat Kopenhagen auch noch eine kleine, genauer gesagt vier Meter große Berühmtheit: die Kleine Meerjungfrau. Nahe dem Kreuzfahrthafen „Nyhavn“ ist sie gut zu Fuß erreichbar. Als Urlauber sollten Sie eine Fahrt über die Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö nicht verpassen. Die malerische Brücke verbindet Dänemark und Schweden miteinander. Etwa 60.000 Autos und viele Züge fahren täglich über das Bauwerk bei dem die Maut für die Fahrt übrigens auf der schwedischen Seite kassiert wird :)

Oslo in Norwegen mit der ganzen Familie endecken

Diese Stadt mit Land und Leuten ist schlichtweg ein Traum. Es war ein herrliches Erlebnis diese ruhige und saubere Stadt kennenzulernen, die sich im Gegensatz zu Kopenhagen mit sehr viel Platz und sehr großzügiger Architektur zeigt. Überdimensionale Straßen, Gehwege und Parks laden ein – ein Gedränge wäre hier schlich nicht vorzustellen. Vielen Hybride und Elektroautos fahren geräuschlos durch die Perle Norwegens. Wie noch nirgendwo sonst auf der Welt, ziehen diese Fahrzeuge sehr geräuscharm durch die Straßen. Um uns hier etwas zu entspannen nutzten wir auch mal einen typischen Sightseeing Bus, um in der verfügbaren Zeit an Land Oslo nur ansatzweise an einem Tag besichtigen zu können – zu Fuß würde man einfach viel zu oft staunend stehen bleiben.

Wir wünschen uns nur, die Stadt einmal wiederzusehen – Oslo sollte man kennengelernt haben.

Wieder folgt ein Seetag auf dem Weg nach Edinburgh / Schottland

Zu den markantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen das Edinburgh Castle, die National Gallery of Scotland und das National Museums of Scotland. Da wir mit der Costa Magica nicht in den Hafen einlaufen konnten, wurden wir mit den Barkassen der Costa Magica übergesetzt. Das Kreuzfahrtschiff ist einfach zu groß um an der Brücke vorbei zu kommen.

Kaum an Land merkt man das Alter der Hauptstadt Schottlands schon vor den Toren der Stadt. Das Stadtzentrum, die Kneipen und Restaurants muss ich hier nicht erwähnen. Aber wer am Schluss noch Zeit hat, sollte den alten Friedhof der Stadt unbedingt besuchen. Die alten Geschichten, die auf den ganz alten Grabsteinen verewigt wurden, werden Sie sicherlich auch sehr bewegen.

Ganz nass in Le Harve / Frankreich

Hier hatten wir zum ersten mal schlechtes Wetter und es goss aus Eimern. Dennoch machten wir uns auf, zu eines großen Erlebnis-Einkaufszentrums nah am Hafen. Hier waren Restaurants und viele Geschäfte untergebracht. Unsere Tochter zog es wieder vor im Kinderclub zu bleiben, so dass wir strammen Schrittes das Schiff verlassen konnten um Frankreich zu betreten. Wirklich weit kamen wir bei dem Wolkenbruch aber nicht und kehrten früher auf die Costa Magica zurück – nass bis auf die Haut, aber mit ein paar kulinarischen und zugleich französischen Erinnerungen, die wir uns in der Nähe des Hafens gegönnt haben.

Letzte Station – in Dover / England

Dover ist für alle Fans Englands wieder ein herrliches Ausflugsgebiet. Wer sich für Kriegshistorie interessiert würde raten, die unterirdischen Anlagen aus dem zweiten Weltkrieg zu besichtigen, die sich unter der Burg und an den berühmten Kreidefelsen befinden.

Während der Evakuierung von Dünkirchen (Operation Dynamo) befand sich in diesen Bunkern das militärische Hauptquartier der Evakuierung. Während des Krieges wurde die Stadt aufgrund ihrer Lage auch „Höllenfeuer Ecke“ genannt und dieses Höllenfeuer wird in der multimedialen Präsentation „unter Tage“ eindrucksvoll gezeigt. Alles wurde wieder aufgebaut wie zu dieser Zeit. man hört in den Bunkern die Propaganda in den Radios, die Einschläge der Granaten … fürchterlich und großartig zugleich. Ein „Dungeon“ des Krieges könnte man sagen :)

Für das leibliche Wohl ist das chinesische Restaurant mit dem Namen „Chapter Eight“ unsere Empfehlung. Wenn Sie asiatische Küche lieben, sollten Sie sich unbedingt diese Adresse im Navi speichern: 12 King St, Dover CT16 1NU, England. Selbst die (asiatische) Schiffsbesatzung der Costa Magica kennt und schätzt das Lokal – von diesen haben wir auch den Hinweis.

Achja, Navi – noch ein Tipp zum Schluss: Wir haben uns ein kleines Navigationsgerät mitgebracht, das auch einen Fußgängermodus hat und über ein Update alle Karten von Europa kostenlos dazuladen konnte – man musste dem Gerät nur eine große SD Karte spendieren. Dieses kleine Navigationsgerät haben wir auf unseren Reisen immer dabei, es geht auch ohne Roaming und wenn das Smartphone mal keinen Empfang hat – das Navi geht immer noch und hat immer ein paar nette Ausflugsziele im Gepäck.

Wieder in Amsterdam, Fazit zur Reise

Schlussendlich landeten wir 10 Tage nach dem Start der Kreuzfahrt mit der Costa Magica wieder im Hafen von Amsterdam. Es war eine schöne Reise, die die gebrachte Leistung wert war.

Mit der AIDA hätten wir im Vergleich weniger bezahlt und auch weniger Stress mit Getränken erlebt – aber ist das Kind glücklich, ist die ganze Familie glücklich.

Wir haben auf der Aida eine Kinderbetreuung erlebt, die einfach unterirdisch schlecht war. Sollten wir wieder mit Kind reisen wollen, wäre sicher Costa unsere erste Wahl.

Bis bald,
Jürgen

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