Mit „Clifford Stoll, das Kuckucksei“ unterwegs

In den späten 80er und frühen 90er Jahren betrat ich den Rand der Szene und lernte einige Leute in meiner Jugend kennen, die sich über fast alle Grenzen im Datenreisen weggesetzt haben. Darum haben mich persönliche Erzählungen und Geschichten über unsere „großen Vorbilder“ immer interessiert! Die, von denen, die es „geschafft“ haben und beweisen konnten, waren besonders gefragt. Ein idealer Schmöker für den Urlaub …
Hacker gab es schon lange vor der ersten öffentlichen Berichterstattung, das war ja das tolle, selbst der eigene Staat hatte noch keine Ahnung darüber, daher war anfangs auch die Polizei machtlos. Die Medien verbreiten die Nachrichten und waren früher genauso unwissend wie heute – nur dass es heute nur noch ums Geld geht. Das Ende der Romantik des ‚einsamen Pistoleros‘ kam meiner Meinung nach Mitte bis Ende der 90er Jahre.

Romantische Hackergeschichten gibt es nicht viele die wirklich lesenswert sind – außer man hat die Leute früher schon „verfolgt“, dann reimt sich der Interessierte den Rest selbst zusammen – spricht, besser eine mittelprächtige Geschichte als gar keine. Mein damaliger Schulfreund Andreas schenkte mir zum Geburtstag etwas ganz besonderes. Von einem eigentlich total Unbekannten geschrieben, verzehrte ich den Roman von Clifford Stoll fast in einem Stück. Niedergeschrieben wie ein Tagebuch das gerade in seiner Zeit nicht mit Hintergrundinformation geizte, sogar die originalen IP Adressen und Protokolle wurden ins Buch gedruckt. Ein herrliches Buch und für mich ein Stück Zeitgeschichte noch dazu. Erst etwas später – als scheinbar der Rest der Welt darauf aufmerksam wurde, wurden viele Passagen im Buch geschwärzt – die Adressen funktionierten schließlich damals noch.

Für romantische Technikoldies, Freaks – oder junge Netzforensiker geeignet!

Die Lebensweise der damaligen Zeit im Studentenmilieu bzw. im Uniumfeld ist aus heutiger Sicht vielleicht wenig interessant, aber für alle die früher nur zur Uni gegangen sind, um dort ins Rechenzentrum zu kommen, werden das Buch lieben. Gerade die frühe Kommunikation über Rechnernetze ist faszinierend und stellt das heutige Web in den Schatten. Vergesst das WWW, hier bewegte man sich noch per Hand durchs Netz, es gab kein Google, den man alles fragen konnte (Der Vorläufer BackRub startete 1996, seit 27. September 1998 ist die Suchmaschine unter dem Namen Google online). Aber lest dieses Spionage-Abenteuer besser selbst!

Fazit: Muss man gelesen haben. Aber ein wenig Begeisterung für Computer und Internet(geschichte) sollte man schon haben, sonst wird es vielleicht eine langweilige Begegnung mit einem gelangweilten Mitarbeiter der Berkeley-Universität in den vereinigten Staaten, der zufällig einen Hacker im Netz bemerkt …

Viel Spaß,
Jürgen (der sich erst eine amerikanische Erstauflage bei eBay nachgekauft hat ;-)

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Kategorie Reiselektüre, Romane und Angelesenes

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