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Historische Klosterstätte Ihlow im Ihlower Forst

Hand aufs Herz, geht es Ihnen nicht sehr häufig auch so? Sie fahren mit der Familie am Wochenende ins sprichwörtliche ‘Blaue’ und erkennen irgendwo am Wegesrand ein Hinweisschild mit der Beschriftung ‘Gedenkstätte’ oder ‘Kloster’. In wie vielen Fällen halten Sie das Fahrzeug an, um den Ort zu besuchen?

Zu 99% wohl garnicht – nun zumindest würde ich die Handlung unsere Familie beschreiben. Doch – wir sind kulturell interessiert – aber oft mangelt es am Glauben zur Zeit, die man ja nicht hat und lieber ein besseres Ziel für den Ausflug sucht um vielleicht irgendwo auch gemütlich draußen sitzen kann – vielleicht eher in einem Biergarten mit einem Spielplatz anbei wie im Zoo bei Thüle.

Klosterstätte IhlowUnser Tipp: Sie sollten Halt machen, wenn Sie die kleine Ortschaft Ihlow durchfahren – von der A31 führt Sie der Weg durch Ihlow, wenn Sie Aurich als Ziel setzen. Und dann erreichen Sie am Ortsausgang rechter Hand den (ausgeschilderten) Weg zur historischen Klosterstätte Ihlow. Hier ist auch direkt ein Parkplatz, denn den Weg dorthin muss man sich ein wenig durch den Ihlower Forst erpilgern – aber keine Sorge, es dürfte nur ein Kilometer durch den Wald sein und es wird am Ziel auch für das leibliche Wohl der ganzen Familie gesorgt, also nur keine Scheu.

Nach einem kleinen oder größeren Marsch durch den Wald, hier kann man verschiedenen ausgeschilderten Wegen folgen die mehr oder weniger Interessant gestaltet sind, erreichen wir das Denkmal des einstigen Klosters, das hier einmal stand. Die kleine Gaststätte – das alte Forsthaus, das hier auch die ganze Familie zum draußen sitzen einlädt, bewirtet Sie in einem schönen alten und entsprechend historisch eingerichteten Ambiente. Wenn das Wetter gut ist auch im Biergarten mit Sonnenschirmen und Spielplatz, auf dem kein Autoverkehr stört und man die Kinder auch mal etwas alleine lassen kann, wenn man sich nahe dem Kloster auch einmal den Klostergarten ansehen möchte. Wer sich für alte Heilkunde, historische Gebräuche in der Kräuterkunde nicht interessiert, sollte es sich trotzdem einmal antun – hier gibt es unglaublich viel Wissen mit etwas mystischem Charakter zu lernen, da alle Pflanzen dokumentiert angebaut sind und sehr streng überwacht und betreut werden.


Im Klostergarten gibt es über 200 Pflanzenarten in vier Bereichen: den Heilpflanzengarten, den Hexengarten, den Mariengarten und den Gemüsegarten.

Die im Heilpflanzengarten angebauten Pflanzen lieferten neben den Kräutern aus dem Hexengarten die Arzneien für die medizinische Versorgung von Kranken. Dies war die wesentliche Aufgabe der Mönche. Hierher kommt auch der Spruch, dass “für jedes Zimperlein ein Kraut gewachsen sei”. Ein weiterer Schwerpunkt des Gartens liegt auf dem Anbau von historischen Gemüsesorten, die man heute eher selten sieht.

Also – ein Tipp für alle die im Raum Aurich einen Ausflug machen möchten – mit oder ohne Kinder. Es ist wirklich sehenswert, was hier wieder errichtet wurde und ist ein schöner Ausflug für die Familie am Wochenende oder zum Tee nach dem herrlichen Gang durch den Ihlower Forst.

Zur kurzen Geschichte des Klosters:

Im Jahre 1098 rebelierten in Burgund eine Hand voll Mönche und gründeten einen neuen Orden. Unter ihrem berühmten Abt Bernhard von Clairvaux breiteten die Zisterzienser sich über ganz Europa aus. Auch in Ostfriesland lassen sie sich nieder und gründen 1228 im Wald von Ihlow das Kloster “Schola Dei” (Schule Gottes).

Es war unter den 28 Klöstern Ostfrieslands eines der bedeutensten und spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle in der regionalen Politik, Religion und Kultur. Von Ihlow aus verbreiteten sich neue Techniken und Methoden in der Landwitschaft, im Wasserbau und im Bauwesen.

Die Ihlower Klosterkirche war darmals die größte Kirche zwischen Groningen und Bremen. Als Folge von Reformation und Säkularisation wurde das Kloster leider 1529 zerstört.

“Nicht in der Kenntnis liegt die Frucht, sondern im Erfassen.”
Bernhard von Clairvaux

Wir wünschen viel Freude beim Ausflug zur Klosterstätte in Ihlow,
euer Jürgen

Termine in der Klosterstätte Ihlow

6. Lüchtermarkt an der Klosterstätte Ihlow zum ersten Advent:

Also am Samstag den 1. Dezember und Sonntag den 2. Dezember 2012 jeweils von 11:00 – 18:00 Uhr
Das Programm an beiden Tagen:
14 Uhr Waldführung zur Geschichte
15 Uhr Führung über das Klostergelände
16 Uhr der Nikolaus kommt
18 Uhr Stimmungsvolle Adventsandacht

Am 16. und 17. Februar 2013 ist Schneeglöckchenmarkt an der Klosterstätte Ihlow

Das bedeutet für die Besucher gibt es Kunsthandwerk, die ersten Frühlingsboten, bemalte Eier, Schneeglöckchen und Führungen über die Klosterstätte. Also nicht vergessen:
Samstag 16. Februar 2012 von 11:00 – 18:00 Uhr und
Sonntag 17. Februar 2012 von 11:00 – 18:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei.


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